Der verschteckte Dorscht nach Romantik

26 06 2010

– Ein Artikel vom letzten Jahr, der im Bookazine „Nachts in Darmstadt“ erschien. Hier konnte ich mich bei der literarischen Recherche „austoben“ und hatte sehr viel Spaß dabei. —

Wenn man sich von der Sonne abwendet, betritt man den alten Pfad der Romantiker. Den Tag und das Licht der Vernunft lässt man hinter sich und gibt sich der Nacht hin, mit ihrer Fülle an überwältigenden Gefühlen und dunklen Gestalten…

Bei der Suche nach einer Darmstädter Romantik ergab sich jedoch eine andere Geschichte: Es hat hier schlicht keine Romantik gegeben. Darmstadt hat einen ganz eigenen Weg zu seinen Gefühlen gefunden.

Abwärts wend ich mich zu der heiligen, unaussprechlichen, geheimnißvollen Nacht.
– Novalis in „Hymnen an die Nacht“ (1799⁄1800)

Dieses Zitat gibt in einem Satz den Kern der Romantik wieder. Die „Nachtbegeisterung“ war ein zentrales Thema dieser Epoche, die literarisch ihre Blütezeit zwischen 1795 und 1830 erlebte.

Heute nennt man „romantisch“ eine Sache oder eine Ereignis,  das Menschen mit Liebe und Sehnsucht erfüllt – so sehr hat die Epoche das Wort geprägt, mit dem man sie benannte. Doch das ist nur ein kleiner Teil. Die ganze Romantik ist durchzogen von der Sehnsucht nach der Berührung der tiefen Wahrheit, der unfassbaren Seite des Lebens. Die Romantiker waren interessiert an der Transzendenz, dem Aufbrechen der Grenzen, das mit der Nacht einhergeht. Wahnsinn, Ekstase und Traum waren solche Zustände, die nun bewusst erforscht wurden. Man wollte zurück zu den Ursprüngen, man wollte dem bürgerlichen Alltag entfliehen, um sich den Geheimnissen des Seelenlebens zu widmen. Typisch romantisch ist es etwa, die Natur und Kunst als symbolische Sprachen zu sehen, deren Deutung dem Menschen auferlegt ist. Allem wurde eine höhere Bedeutung verliehen.

An dieser Stelle würde der gebürtige Heiner dazwischenfahren: „Momentemale, schön auf dem Bode bleiwwe.“ Und in der Tat, es sind harte Zeiten, in denen es gefährlich ist, seinen Kopf nicht bei seiner Hände Arbeit zu haben, sondern in geistigen Höhen. Doch hat es einmal eine Zeit gegeben, in der auch der Darmstädter das Träumen dem spröden Alltag vorzog?

Platz frei für die Romantik! Doch wo bleibt sie?

Alles begann sehr vielversprechend – mit Goethe. Er war zwar selbst kein Romantiker, doch ein wichtiger Wegbereiter. Zwanzig Jahre vor Beginn der Romantik, 1772 kam er in Kontakt mit dem Darmstädter „Kreis der Empfindsamen“, auch unter dem Namen „Gemeinschaft der Heiligen“ bekannt. Von da an pilgerte Goethe häufig von Frankfurt nach Darmstadt und zurück zu Fuß, um den Treffen beizuwohnen. Man unternahm gemeinsame Spaziergänge und Bootsfahrten, um Natürlichkeit zu finden, trug sich gegenseitig Klopstocks Oden vor, um die Empfindsamkeit zu steigern und wollte für alle seelischen Regungen offen sein. Das überfließende Gefühl wurde bewusst forciert. Vielleicht sind dem einen oder anderen noch die Schwärmereien aus „Die Leiden des jungen Werther“ (1774) ein Begriff. So ähnlich muss man es sich vorstellen: endlos lange Gedichte über den göttlich schillernd, glückseligen, entfalteten, liebgewonnenen, halbzeronnenen, zärtlich fortschleichenden und zu Boden fallenden Moment.

Das waren gute Ansätze für die Romantik, die zwei Jahrzehnte später aufkommen sollte. Doch der Kreis der Empfindsamen fiel auseinander und Goethe zog weiter. 1774 starb Landherzogin Caroline, die Patronin der Darmstädter „Gemeinschaft der Heiligen“. Ihr Tod war für das kulturelle Leben in Darmstadt, für die geistreiche Geselligkeit, eine Katastrophe. Mit ihr schwand das Interesse und das Geld, das Zentrum ging verloren und Darmstadt fiel zurück in den bürgerlichen Alltag. Darmstadts Altstadt war zwar romantisch verwinkelt, glich allerdings eher einem elenden Quartier. Ein Reiseführer von 1836 weiß von der Zeit um 1790 zu berichten:

Es ist noch kein halbes Jahrhundert her, daß jeder Fremde die vier Hauptwunder Darmstadts zu sehen sich bemühte: einen Tambour mit hölzerner Hand, einen Briefträger, der nicht lesen konnte, einen Marktbrunnen ohne Wasser und ein Schloß, dessen Fenster mit Brettern vernagelt.

Zwei romantische Versuchungen – doch der Heiner bleibt standhaft

Rundherum ging das Leben weiter: Die Namen Novalis, Tieck und Brentano, Arnim, Eichendorff und E.T.A. Hoffmann tauchten auf, zwei Literatengruppen bildeten sich in Jena und in Heidelberg. Ihnen gemeinsam war ihr Streben nach dem Nachtgefühl, dem mystischen Sinn. Man fragt sich: Heidelberg? Das ist keine 60 Kilometer von Darmstadt entfernt. Ein paar Romantiker müssten doch durchgereist sein; konnte das Wesen jener Zeit spurlos an dieser Stadt vorübergehen? Nun, zwei Sprösslinge des neuen Gedankenguts hat es gegeben: Georg Gottfried Gervinus und August Wilhelm Schlegel.

Als ein führender Vertreter der romantischen Bewegung besuchte August Wilhelm Schlegel (1767–1845) den Schauspieler Holtei in Darmstadt. Doch war der einzige Eindruck, den er hinterließ, dass er zu viel Rouge benutze. Holteis Gattin notierte damals mit Entsetzen, dass Schlegel „den längst verblühten Wangen einen jugendlichen Rosenschimmer aufzustreichen sich noch beeilte“. Keine Anekdote, die die Kombination Romantik und Darmstadt im guten Licht erscheinen ließe.

Versuch Nummer zwei der Romantik, die unerschütterliche Festung Darmstädter Nüchternheit einzunehmen, waren die Umtriebe des Georg Gottfried Gervinus (1805–1871). Er war ein Kommilitone der Gebrüder Grimm, die ein weiteres Zentrum der Romantik bildeten. Auch er war vom neuen Geist der Romantik erfüllt, traf sich um 1820 mit gleichaltrigen Jugendlichen auf dem Herrgottsberg, wo sie sich gegenseitig Texte der neuen Strömung vorlasen. Um sich selbst ein Denkmal zu schaffen, wollten sie ihre Initialen auf dem Ort eingravieren, der ihnen so viele schöne Stunden geboten hatte. Doch der harte Granitfels vernichtete so viele Meißel, dass nur ein Buchstabe von den romantischen Zeiten zeugt: G. Für Gervinus.

Manche führen noch Matthias Claudius ins Feld mit seinem Gedicht „Abendlied“ (Der Mond ist aufgegangen, 1771). Hartnäckig hält sich der Mythos, dass es in Darmstadt erdacht und niedergeschrieben wurde. Wie gut es doch hier hineinpassen würde. Doch es bleibt ein Mythos und Claudius war kein Romantiker.

Der langerwartete Stadtdichter taucht auf: Elias Niebergall

Es verging die Zeit, bis sich endlich einer literarisch des Wesens Darmstadts annahm, im Jahr 1841. Dazu muss man wissen: Märchen sind ein Genre der Romantik. Man versuchte durch die Märchen die ursprüngliche einfache Lebensweisheit, die das Volk noch besaß, wieder zugänglich zu machen. Bekanntlich sammelten auch die Gebrüder Grimm Märchen. Allerdings nur in einer Form, die ihnen als kulturell hochstehend erschien. Auch das Volk in Darmstadt gab sein Bestes und wurde erhört, von einem gewissen Ernst Elias Niebergall (1815–1843). Er interessierte sich für die Geschichten des Volkes, für ihre Seele und Weisheit, schrieb sie jedoch in etwas anderer Form nieder:

„SCHMIDT hustet, für sich. Wos soll ich nor schwätze? Laut. Wie is doch die Nadur im Allgemeine so schee!
EVCHEN. Gor schee.
SCHMIDT. Hehrn-Se die Nachdigalle peife? – seifze, wollt ich sage.
DATTERICH im Hintergrund. Ich hehr nix wie Fresch quaakse.“
[4. Bild, 5. Szene]

Diese Szene aus dem „Datterich“ (1841), die sich im Herrengarten abspielt, kann schon als Höhepunkt der Romantik – der Darmstädter Romantik – gelten. Das Thema ist ein Sujet der Romantik: Ein heimliches Liebes-Treffen bei Nacht, inmitten der Natur. Doch edle Charaktere, gar Helden, gibt es in diesem Text nicht.

Hauptdarsteller ist ein durchtriebener Schnorrer, dessen Name schon für sich spricht. Das Wort Datterich bedeutet so viel wie „ein gewohnheitsmäßiges Zittern der Hände am Morgen bei Leuten, die sich abends mit dem Schuh kämmen, d.h. über den Durst zu trinken pflegen.“ Zitat: „Isch hab schon de ganze Tag über so e verschteckte Dorscht.“ Hier spricht das wahre Volk, wie es im Grunde doch keiner hören wollte. Außer die Heiner, die bis heute stolz sind auf ihr lokales Meisterwerk in Mundart. Kein Darmstädter, der nicht ein paar Zeilen daraus kennt.

„In Darmstadt wuchs das Unkraut wie eh und je“

Die Nacht ist hier die Zeit für das Wirtshaus und geselliges Beisammensein, nicht für „Nachteinsamkeit“ und Nachsinnen über die Bedeutung der Welt. Das biedermeierliche Darmstadt, lässt sich nicht auf die unerreichbaren Ideale der Romantik ein und vermeidet jegliche Überhöhung. Und sei es nur Hochdeutsch. In einer Zeit, in der anderswo die blaue Blume blühte, wuchs in Darmstadt das Unkraut wie eh und je.

So hat die Stadt einen Bogen um die Romantik gemacht. Sie war sich immer treu. Egal ob entzückte Adlige, die in Wäldern zu Gedichten weinten, oder Jugendliche, die im romantischen Überschwang auf dem Herrgottsberg einherphilosophierten, solange es draußen im Wald blieb, haben sich die Darmstädter nicht irritieren lassen. „Der Darmstädter ist trocken. Er liebt die Stimmung, nicht den Schwung“, erkennt der in Darmstadt geborene Schriftsteller Hans Schiebelhuth (1895–1944) richtig und schreibt, Darmstädter seien unpathetische Menschen, sentimentale Exaltiertheit gehe ihnen gegen den Strich. Kurzum, wenn einer schwärmt, kann er nicht von Darmstadt sein. Der Rest ist „schmierige Poeterei“, wie Robert Schneider es in seinem Elias Niebergall gewidmeten Gedicht nennt.

Für alle Nichtdarmstädter zum Trost ein Gedicht, das wohl das Berühmteste aus der romantischen Epoche ist: Eichendorffs „Mondnacht“. Und keine Sorge! Die Namen der großen Romantiker haben es trotzdem in die Stadt geschafft – als Straßenschilder. Im Bereich der Kunst gab es sehr wohl nennenswerte romantische Werke in Darmstadt – und nicht zu vergessen: Auch der Jugendstil enthält Elemente der Romantik, und dieser hat Darmstadt wahrlich geprägt. Ganz vor der Romantik drücken konnte sich Darmstadt also doch nicht.

Joseph von Eichendorff – „Mondnacht“ (1837)

Es war, als hätt‘ der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis‘ die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Weiterlesen:
„Darmstadt romantisch“ von Petra Neumann-Prystaj (Hrsg.) erschienen im reba-Verlag Darmstadt 1991.
„Literarische Spaziergänge in Darmstadt“ von Karlheinz Müller, erschienen im Eduard Roether Verlag Darmstadt, 1993.

Infobox: Inhalt des „Datterich“ von Ernst Elias Niebergall
Der Datterich, ein trunksüchtiger Finanzbeamter im Ruhestand und Meisterschnorrer, ist immer auf der Suche nach jemanden, der ihm die nächste Runde ausgibt. Als Gegenleistung für ein Weinvergnügen verspricht er Schmidt, ihn mit seiner jungen Base zu verkuppeln, dem Evchen. Jedoch schlägt das Stelldichein der beiden fehl: Evchen erscheint nicht, dafür aber die Tochter der Dummbachs, Marie. Glücklicherweise ist es aber ohnehin sie, in die Schmidt verliebt ist. Und zum Glück liebt sie auch Schmidt. Dennoch sind die weinseligen Zeiten für den Datterich bald vorbei. Schuster Bengler, dem er noch Geld schuldet, aber nicht zurückzahlt, verprügelt ihn und die Dummbachs setzen ihn schließlich auf die Straße. Ein „Wirtshauslump“ in der Welt der Kleinbürger, der nichts dazulernt.

Vorbild für den Titelhelden Datterich soll übrigens ein trunksüchtiger Kanzleigehilfe gewesen sein, der, als ihm zu Ohren kam, welch zweifelhaftes literarisches Leben er erlangt hat, dem Autor Prügel androhte. Niebergall ließ sich seitdem nicht mehr gerne ohne Begleitung in der Stadt sehen.


Provisorisch

10 06 2010

Er hatte gedacht, sein Plan würde funktionieren. Einfach die Hauptstraßen meiden, durch die Wohngebiete tingeln, und das bei Nacht, sprich 21 Uhr, wenn nicht mehr so viele Leute unterwegs wären. Das war Anfang April gewesen. Die Bretter, die hinten mehr als einen Meter aus seinem Auto ragten, hatte er genügend gesichert: Mit Decken gepolstert, damit nichts verrutschen konnte und mit einer Nylonschnur festgezurrt, die er einmal durch den Nippel geschlungen hatte, wo der Kofferraum einrastet. Einen Freund hatte er auch noch dabei, zum Festhalten der Bretter und danach zum Hochschleppen in die neue Wohnung am anderen Ende der Stadt. Und nach Polizisten sollte der Ausschau halten.

Wird schon passen, dachte er sich also und fuhr mit seinem schwarzen Opel Corsa los, aus dem die hellen Ahornbretter weit herausragten. Im Grunde waren es nur vier, fünf Kilometer. Vor jeder Kurve und jedem Schlagloch bremste er runter auf 10 Km/h. Damals, nach dem harten Winter, gab es ja recht viele davon. Und wie er so durch die Kurven zuckelte, dachte er noch verlegen lächelnd an die ganzen Leute hinter ihm, die sich über ihn ärgern würden. Aber es war ihm wichtiger, seinen zerlegten Kleiderschrank heil in seine neue Wohnung zu bringen. Sie fuhren kreuz und quer durch die Stadt, bis sie auf die Hauptstraße mussten, beim 24-Stunden-REWE vorbei.

Die Ampel dort war rot, und so rollten sie langsam vor – direkt an dem Polizeiauto, das in der REWE-Ausfahrt stand, vorbei. Es war einer dieser Zeitlupenmomente, in denen man sich eine halbe Ewigkeit gegenseitig ansieht und weiß, dass die wissen, dass man jetzt Probleme hat. Hinter ihnen war aber ein anderes Auto, so dass die Polizei sich nicht direkt hinter sie einfädeln konnte. Minutenlang standen sie vor der roten Ampel. Der Freund sagte ernst: „Ich muss dir jetzt was sagen. Ich bin noch nie von den Bullen angehalten worden.“ Keiner lachte. Sie hatten beide Schiss.

Die Ampel war immer noch rot und er überlegte sich, wie er entwischen konnte. Es wurde grün, sie fuhren los, die nächste Ampel schaltete bereits auf Orange und er sah seine Chance, drückte aufs Gaspedal. Die Polizei war bald außer Sichtweite, sie haben sich schon gefreut, als sie an die nächste Ampel kamen, an der sie abbiegen mussten. Ganz vorne standen sie und wieder war rot. Beide starrten nun in den Rückspiegel.  Dann haben sie sie kommen sehen. „Bitte werd‘ grün“, haben sie gebetet, „Bitte werd‘ grün!“.

Er hatte eine Idee: Wenn er als Linksabbieger schnell genug wäre, könnte er den Gegenverkehr schneiden und entkommen. Er dachte nicht mehr an den Schrank, nur noch an die Strafe. Es wurde grün. Er gab alles, drückte aufs Gaspedal, wie es nur ging, sie schossen knapp um die Kurve, direkt am Gegenverkehr vorbei, der Freund hielt mit beiden Händen die Bretter fest. Als sie um die Kurve waren, sagte der Freund nur ruhig: „Woah. Bro!“. Die Polizei haben sie nicht mehr gesehen.

Der Schrank steht heute in der neuen Wohnung, kein Kratzer auf dem hellen Ahornfurnier. Darauf ist er stolz.


Uebungstext Sturm

1 06 2010

Im Folgenden ein Text, der aus den Assoziationen zu Sturm/Stille im Seminar entstanden ist.

Die hellgelbe Landschaft liegt bewegungslos unter der Hitze. Kein Wind raschelt durch die Weizenfelder, stumpf steht verbranntes Gras an alten Asphalt-Feldwegen. Der Hügel in einiger Ferne scheint starr in den Himmel zu starren, doch der ist leer, ein nichtssagendes Blau. Echte Stille ist nicht Tonlosigkeit, sondern wie das Ticken einer Uhr: Gleichgültig wartend.

Schleichend hat sich das Licht verändert. Menschen treten an die Fenster, erheben sich aus ihren Liegen, spüren die Unruhe und schauen hoch, suchen die Anzeichen und da, noch weit hinten am Horizont braut sich etwas zusammen. Das Blau des Himmels kippt ins Grau-grünliche, auch das helle Sonnengelb bricht, wirkt schmutziger und gerade, als wir das bemerken, streift uns die erste Böe. Und wir wissen es: Ein Gewitter zieht auf.

Während die Böen zunehmen, holen Mütter gemächlich ihre Kinder von den vertrockneten Spielplätzen, räumen Väter hektisch den Terrassentisch ab und Fenster schließen sich der Reihe nach. Nun ist es über uns. Als das erste Donnergrollen über das Dorf rollt, fühlt es sich an wie ein Durchbruch durch die Stille. Der Wind wirbelt heftiger durch das Haar und auf den erhitzen Straßen erscheinen die ersten dunklen Kreise. Endlich.


Wiederbelebungsversuche

31 05 2010

Ein Jahr und nur zwei Einträge – eine wirklich niederschlagende Bilanz. Aber diese Zeit habe ich genutzt. Ich denke, ich werde jetzt wieder vermehrt schreiben um auf meinen schriftlichen Höhepunkt im Sommer hinzuarbeiten. Da ich mir diese Zeit ganz für mein Projekt freigenommen habe, brauche ich ein kritischen Begleiterblog, vor dem ich meine Fortschritte rechtfertigen muss. Ganz recht: Es wird geschrieben. Der Plot steht, viele Details ebenso, genauso wie erste Szenen von meinen Buch und verdammt nochmal! Ich habe so viel dafür gelesen und es mir vorgestellt, dass es jetzt endlich Zeit wird, diese fixe Idee bei den Hörnern zu packen und auf meine Pc-Tasten niederzudrücken. Schon allein, weil danach die Diplomarbeit ansteht und ich bin nicht der Träumer, der glaubt, während der Arbeit noch an einem eigenen Buch arbeiten zu können. Ich habe es zwar im Praktikum versucht und es hat auch recht gut geklappt, was daran lag, dass meine Interessen im Job nicht groß zum Einsatz kamen und ich daher überbrodelte – aber in der Regel ist doch zu viel los um konsequent ein solches Ziel zu verfolgen. Jetzt steht das Ziel und ich versuche jede Woche erneut mir doch einen Sommerjob zu suchen und mir klar zu machen, dass das ein riesen Reinfall wird. Weil mir nichts einfällt. Weil ich nicht diszipliniert genug bin. Weil ich noch nicht so weit bin. Aber wie gesagt: Ich hatte ein Jahr um gründlich an mir selbst und meinen Zielen zu arbeiten und darum werde ich wohl nicht weichen. Aber wahrscheinlich viel hier jammern :-).

Ansonsten ist mir beim Stöbern durch den Blog klar geworden, dass meine früheren Einträge gar nicht so furchtbar waren, wie ich sie in Erinnerung hatte. Und dass dieser Blog hier recht privat ist, so dass ich hier das ein oder andere persönliche schreiben kann. Wahrscheinlich habe ich sowieso alle durch meine Anna Karenina-Buchrezension verschreckt! :D Aber mittlerweile sehe ich es nicht mehr so schlimm allgemeine Gedanken zu veröffentlichen, auch wenn ich immer deutlich die Gefahr sehe, dass es meinen Alltag unangenehm berühren könnte. Aber man kann sich nicht andauernd verstecken. Und vor allem nicht, wenn man vor hat, ein psychologisches Buch beruhend auf eigenen Emotionen zu schreiben (und zu veröffentlichen). Aber irgendwie kommt mir ein Buch trotzdem intimer und weniger durchsuchbar vor. Das wird sich sicher auch bald ändern dank Google.

So viel an dieser Stelle. Es ist der erste Juni 2010 und ich habe noch einiges für das Studium zu tun, bis im Juli endlich Ruhe einkehrt. Aber bis dahin werde ich hier einige alte Texte einstellen, um dann im Juli wieder voll einzusteigen. Vielleicht liest ja noch jemand mit (der darf sich gerne mal in den Kommentaren melden mit einem zaghaften „Hier!“), ansonsten gehe ich davon aus in wunderbarer Selbstgesprächs-Atmosphäre vor mich hin zu philosophieren.


Zwischenstand in Koeln

24 10 2009

Ich habe jetzt schon so lange nicht mehr gebloggt, dass ich wirklich eine Weile rumprobieren musste, bis mir das Passwort wieder einfiel! Ich habe immer wieder mal darüber nachgedacht, wieder etwas zu bloggen, doch es fehlte der Anstoß. Dann kam Willis Kommentar zu „Kennst du deine Eltern nackt“ in mein Postfach geflattert und nicht nur die Komplimente darin haben mich dazu bewegt, wieder kurz von mir hören zu lassen.

Grundsätzlich hat das viele positive Feedback, das ich hier bekommen habe, mich dazu gebracht, ernsthaft meinen Wunsch, ein Buch zu schreiben, anzugehen. Und so sitze ich hier und arbeite an meinem Plot, lese Bücher übers Schreiben, Fachbücher über Psychologie – mache also das Gleiche wie sonst auch, nur mit einem konkreteren Ziel und mittlerweile erkennbaren Fortschritten.

Doch nebenbei mache ich auch gerade mein Praxissemester in Köln, einer Stadt, in der es häufiger regnet als in London, aber die trotzdem von sich zu überzeugen weiß. Der Job passt, die Wohnung neben der Innenstadt passt, doch leider weilen meine Gedanken häufiger in anderen Welten als die Schönheit hier zu genießen.

Was gab es noch? Im Sommer war ich in Prag und musste feststellen, dass es meine Seelenstadt ist. Wie kann man das erklären? Diese Stadt berührt mich wie ein Schmonzetten-Film und passt so gut wie keine andere in meine verwinkelte Welt, ist sogar mittlerweile in meine Träume übergegangen. Ach, Prag…wieso führst du eine Fernbeziehung mit mir?

So, jetzt habe ich doch einen schönen Rundblick gegeben.

Grüße aus Köln!


So still wie Coquerill

1 06 2009

Ich schreibe nichts, ich schreibe nichts.

Den ganzen Mai nichts Neues von mir. Aber was gibt es groß zu erzählen? Ich studiere. Und das heißt meistens, ich lerne etwas, wovon ich meist nur tertiär tangiert werde ;). Und das, was mich wirklich interessiert, dafür bleibt keine Zeit, kein Gedankenraum mehr übrig.

Geschrieben habe ich auch, sehr fleißig, doch darf das noch nicht veröffentlicht werden. Insofern: Ihr müsst auch lernen mit der Stille zu leben :).

Und ich hatte Geburtstag.


Mitfühlen

19 04 2009

„Wer nicht mitfühlt, liest umsonst.“

Dieser Satz, zitiert aus einem Buch von Hermann Melville in der FAZ trifft es wirklich auf den Kopf. Wobei, eigentlich ist eine allgemeine Wahrheit. Außer man liest wie man fernsieht – aus Schadenfreude, Spott, purer Ironie. Das könnte ich mir bei kitschigen Liebesromanen gut vorstellen. Worte, die unsere Bedürfnisse auf niedrigster Ebene bedienen – denen wir aber bewusst distanziert mit unserem Geist gegenüberstehen. Ein netter Zwiespalt des Intellektuellen.


Das Museum der gestohlenen Erinnerungen

13 04 2009

Habe mir das Jugendbuch „Das Museum der gestohlenen Erinnerungen“ von Ralf Isau aus meinem Regal gegriffen, wo es schon eine Weile steht – oder besser: hängt. Denn die Buchbindung hat die Nerven verloren, die Seiten fallen mehr, als dass man sie noch blättern könnte und ich weiß, ich fand das Buch einmal großartig, wollte es dann nocheinmal lesen und fand den Anfang eher schwierig. Also Versuch Nummer zwei.

Charakteristisch:

„Die Truhe!“, rief Oliver plötzlich dazwischen, nein, er schrie es geradezu, keuchte, wie er es sonst nur nach einem Zwanzigmeterlauf tat, und starrte seine Schwester mit weit aufgerissenen Augen an.

Amüsant und kurzweilig zu lesen, etwas abgedroschene Metaphern, einige gewollt lustige Vergleiche – bildlich nicht sehr gelunden, dafür ist die Geschichte außergewöhnlich. Zack schon 50 Seiten weggelesen. Allgemein Genre: Historisches Fantasy. Jetzt sind nur noch 40 Seiten vor mir von den 666 Seiten umfassenden Werk – und es zieeeeeht sich. Meine Güte. Aber es ist angenehm einfach etwas so zu lesen, es ist wie eine Feierabendserie, vorhersehbare Gefühle, nette, erwünschte Wendungen, ein paar außergewöhnliche Schauplätze und ein Paar Rätsel (das liebt die Leserin besonders).

Keine Stelle gibt es, die wie bei Anna Karenina nachklingt, wo jeder Satz analysiert werden will, alles glatt an der Zunge liegt und nichts übel aufstößt oder aus dem Charakter fällt – maßgeschneiderte Geschichtsstränge. Doch zur Abwechslung dieses Jugendbuch, das nur unterhalten will, dazwischen noch etwas Nazi-Mahnung und historisches Allerlei reinwirft, ist entspannend – vielleicht weil man wirklich nicht nachdenken muss. Wieso auch? Dann regt man sich nur über die vielen logischen Lücken auf.

Eine Stelle habe ich mir jedoch gemerkt:

„Wer da handelt, der hat gewöhnlich den Gewinn; wer alles überleget und zaudert, der nicht leicht.“ - Herodot


Anna Karenina (259 – 317)

5 04 2009

Kleiner Nachtrag von zwei Seiten zuvor: eine Stelle, die ich ausversehen übersehen habe, und doch zu schade ist, um zwischen den tausend Seiten unterzugehen:

„Lewin machte ein finsteres Gesicht. Das Gefühl der Kränkung über die Abweisung, die ihm zuteil geworden war, brannte wie eine frische, eben erst empfangene Wunde in seinem Herzen. Aber er war in seinem Haus, und zu Hause helfen einem sogar die Wände.“ (S. 257)

Mir ist aufgefallen, dass mir die Randfigur Lewin am interessantesten erscheint – vielleicht deswegen, weil sich Tolstoj selbst mit ihm identifizierte. Die Hauptgeschichte um die Karenina hingegen steigert sich ja mehr und mehr ins Tragische – gottseidank ohne unangenehm zu werden oder herzzerbrechend (dann kann ich nämlich auch nicht mehr weiterlesen), doch ich freue mich immer auf den Perspektivenwechsel über zur Nebenhandlung. War sicher nicht so intendiert vom Autor. Weiteres Manko der Hauptgeschichte: Der Liebhaber hat eine Glatze! Seit 200 Seiten beschreiben sie ihn als Schönling und dann zack! wird es mal so am Rande erwähnt, dass er bald keine Haare mehr auf dem Kopf hat. Ja, so stelle ich mir einen überiridisch verführerischen Mann vor, für den ich alles aufgebe. Darin zeigt sich nochmal der Aspekt von oben: Vielleicht ist einem Lewin sympathischer, weil er detaillierter und menschlicher beschrieben wird. Eigentlich wird kaum aus der Perspektive Anna Kareninas erzählt, die Geschichte ist zentraler, weil tragischer, aber die Details sind spärlich. Es werden nur ein paar Liebesdialoge wiedergegeben, bei Lewin die Umstände seiner Liebe. Ergo Lewin ist unser menschlicher Ankerpunkt, unser Begleiter durch das Buch, während hingegen Anna Karenina und ihr Geliebter plus Staffage mehr wie eine geschmückte Moralfrage daherkommen. Man darf bei jedem mal in die Gedanken hineinschauen, urteilen darf – muss? man selber.

„Er wollte nicht sehen und sah wirklich nicht, dass schon viele in der Gesellschaft seine Frau schief anblickten; er wollte nicht verstehen und verstand nicht, warum seine Frau durchaus nach Zarskoe Selo übersiedeln wollte. Er gestattete sich nicht, darüber nachzudenken, und dachte auch nicht darüber nach; aber obwohl er es sich nie eingestand und nicht nur keinerlei Beweise, sondern auch keine Verdachtsmomente hatte, wusste er doch ganz genau, dass er ein betrogener Ehemann war, und war tief unglücklich darüber.“ (S.301)

Schöne stilistische Stelle. Sorge mich, dass das Buch sich thematisch zu sehr in Richtung Effi Briest entwickelt. Habe das Buch wirklich gehasst. Aber die Personen in diesem Buch sind wenigstens respektierbar und verständlich in ihren Handlungen. Und welch ein Vergnügen aus der Hand Tolstojs zu lesen!

Als das Hindernisrennen über vier Werst begann, beugte sie sich vor und sah unverwandt auf Wronskij, der zu seinem Pferd ging und aufsaß, und gleichzeitig hörte sie die widerwärtige, nicht verstummende Stimme ihres Mannes. Die Angst um Wronskij quälte sie; aber noch mehr quälte sie die hohe Stimme ihres Mannes mit dem ihr so wohlbekannten Tonfall, und ihr schien, als wolle diese Stimme überhaupt nicht mehr verstummen.“ (S. 310)

Höhepunkt erreicht. Sprachlos. Muss mich erst beruhigen und dann noch einmal lesen. Grandios. Mein Herz.

Ende Seite 317.


Anna Karenina (221–259)

5 04 2009

Mit einem schmerzenden Rücken liest es sich nicht gut und konzentriert – darum habe ich jetzt eine Weile mit der Lektüre pausiert. Mittlerweile halte ich es wieder in meinem liebgewordenen Ledersesselchen aus, daher hier die fortlaufenden Notizen zu Anna Karenina, meinem Sprachquell, meinem Psychologiebuch, meiner Bildfreude.

„In alle Einzelheiten deiner Gefühle einzudringen, habe ich kein Recht, ich halte das auch für nutzlos und sogar schädlich“, sagte Alexej Alexandrowitsch. „Wenn wir in unserer Seele wühlen, kommen oft Dinge zum Vorschein, die besser unbemerkt liegen bleiben sollten. Deine Gefühle, das ist etwas, das nur dein Gewissen angeht; ich aber bin vor dir, vor mir selbst und vor Gott verpflichtet, dich auf deine Pflichten hinzuweisen. [...] Ich wiederhole: Es ist sehr leicht möglich, dass meine Worte dir völlig überflüssig und unangebracht erscheinen, vielleicht sind sie nur durch einen Irrtum meinerseits veranlasst. In diesem Fall bitte ich dich um Entschuldigung. Aber wenn du selbst so fühlst, dass auch nur der geringste Grund vorhanden ist, so bitte ich dich, darüber nachzudenken und, wenn dich dein Herz dazu treibt, mir zu sagen …“ (S. 220)

Mit dieser Stelle hatte ich eigentlich aufgehört, der versuchten Klärung zwischen Anna Karenina und ihrem Mann. Am Anfang der Stelle fällt der sachlich-betonte Sprechstil des Mannes auf, wohl zurückzuführen auch auf seine Arbeit als Beamter. Redewendungen wie „bin verpflichtet, dich darauf hinzuweisen“, „ich wiederhole:“ und „durch einen Irrtum veranlasst“ verdeutlichen diese beamtliche Distanz, die er auch in der Beziehung pflegt. Die Ansicht, dass ihn ihre Gefühle nichts angehen, nur ihre Entscheidungen, finde ich ebenfalls beachtenswert. Sind Gefühle nicht die maßgebliche Grundlage für Entscheidungen? Gefühle kann man noch wenden, Entscheidungen nicht. Insofern … andererseits erspart man sich dadurch die belastende Vermutung über den nächsten Schritt des Gegenübers. Doch am Ende seiner kleinen Vernunftrede kommt es mir so vor, als verliere sich Alexej in einer verzweifelten Bitte. Mit jedem Komma im letzten Satz, mit jedem Einschub scheint er sich mehr emotional zu offenbaren – und bricht an der Spitze der Gefühle ab. Lässt das Eigentliche ungesagt. Obwohl eigentlich hat er ja seine Vermutung bereits mitgeteilt, doch was für Welten liegen zwischen einer sachlichen Vermutung und einer leidenschaftlichen Bitte – vielleicht diese eine Nuance mehr Empathie, die Anna Karenina zum Zuhören und Überdenken verleiten könnten.

Eine weitere Stelle, die durch ihre Metapher ins Auge fällt:

Und er fühlte, was ein Mörder fühlen muss, wenn er den Körper anblickt, den er des Lebens beraubt hat. Dieser Leichnam, dem er das Leben geraubt hatte, war ihre Liebe, die erste Periode ihrer Liebe. Es war etwas Entsetzliches und Abstoßendes in der Erinnerung an das, was mit diesem entsetzlichen Preis der Schande erkauft war. [...] Aber trotz seines Entsetzens vor dem Leichnam des Ermordeten muss der Mörder diesen Leichnam zerstückeln und verstecken und muss sich zunutze machen, was er durch seinen Mord gewonnen hat.

(Und wie sich der Mörder mit Erbitterung, mit Leidenschaft auf diesen Leichnam stürzt, so bedeckte er ihr Gesicht und ihre Schultern mit Küssen.) (S. 223)

Der Vergleich zwischen Affäre und Mord ist zwar sehr gewagt, aber unbestreitbar kraftvoll. Besonders das Wort „zerstückeln“, die Vorstellung, seine Geliebte symbolisch zu zerstückeln, was für ein Bild.

[...] Und darum wollte sie nicht davon sprechen, es nicht durch ungenaue Worte banal machen. (S. 224)

Ein paar Seiten nach diesem Satz, bildet sich in mir der Gedanke, dass Tolstoj allgemein Gefühle nie banal dastehen lässt. Nackt und lächerlich wie sie meistens zu finden sind. Nein, Tolstoj kleidet sie in die richtige Zeit, in die richtige Beobachtung ein und so gewinnen sie ihre Berechtigung, ihre Würde zurück.

Eine Wetterpassage

Der Frühling kam langsam. Die letzten Fastenwochen hatten klares Frostwetter gebracht. Bei Tag taute es in der Sonne, aber in der Nacht sank das Thermometer auf sieben Grad unter Null; die Eiskruste auf dem Schnee war so stark, dass die Lastfuhren darüber hinwegfuhren, ohne sich an den Weg zu halten. An Ostern lag noch überall Schnee. Am zweiten Feiertag begann plötzlich ein warmer Wind zu wehen, dunkle Wolken zogen auf, und drei Tage und drei Nächte strömte ein stürmischer, warmer Regen. Am Donnerstag legte sich der Wind, und dichter, grauer Nebel steig auf, als wollte er das Geheimnis der Wandlung verhüllen, die sich in der Natur vollzog. Im Nebel fingen die Wasser an zu strömen, die Eisschollen krachten und setzen sich in Bewegung, immer schneller strömten die trüben schäumenden Flüsse, und am Sonntag nach Ostern zerriss gegen Abend der Nebel, das dunkle Gewölk löste sich in weiße Lämmerwölkchen auf, der Himmel wurde klar, und nun kam der wirkliche Frühling.

Man fühlt die einsetzende Bewegung, das Aufbrechen. Bei den genauen Zeitangaben glaube ich immer Tolstoj am Fenster sitzen zu sehen, das Wetter protokollierend.

Während sie miteinander sprachen, spitzte Laska die Ohren, blickte auf den Himmel und warf den beiden einen vorwurfsvollen Blich zu.

‚Jetzt ist’s gerade Zeit zum Schwatzen!‘ dachte sie. ‚Da fliegt eine … Ja, da ist sie … Die verpassen sie.‘ (S.247)

Ja, und auch der Hund hat bei Tolstoj so seine Gedanken. Hätte ich nicht gedacht.

So viel zu diesem Abschnitt, ein paar Stellen habe ich jetzt ausgelassen, es wird sonst einfach zu quälend lang.