Unheil

11 03 2009

Basierend auf dem Lied „Where do Ⅰ begin“ von Tom Gäbel entstand der folgenden Text. Ich mag es, die Szenerien, die mir zu Melodien einfallen, weiterzuentwickeln. Folgender Gedanke zum Anfang:

Unheil ballt sich wie Gewitterwolken über den Köpfen zusammen. Rasend schnell kippt der Tag in lauerndes Halbdunkel, stille Bäche werden zu bodenlosen Strömen und kein reines Gefühl wird diese Nacht überdauern. Es werden sich erheben all diese Gefühle, die tief vergraben gegen die glattbetonierte Oberflächte wummerten: Auferstehn, größer als wie du sie verurteilt hast, um dich mitzunehmen. Du wirst suchen nach dem Lächeln sonniger Tage, doch alles wird verlassen sein. Nur du wirst die Schuld zu tragen haben, die damals als Auszeichnung galt.

Dieser Text entstand ein paar Wochen später, passt jedoch auch zum Lied. Was für eine Form dieser Text genau ist, eine Mischform aus Brief, Gedicht und Szene, kann ich nicht sagen. Doch solche Dinge schreibe ich sehr gerne. Mir gefällt die Emotionalität, der Klang der Wörter. Die Gefühle und Worte sind kondensiert wie bei einem Gedicht, aber der Inhalt nicht so verschlüsselt.

Gib mir deinen Mund, ich will still Tschüss sagen

Gib mir deine Hand, ich will mich sacht von dir lösen

wenn du willst kannst du mitkommen. ich will gehen

endlich loslassen und andere Wege finden. auch du wirst mich nicht hier halten können.

meine opferbereitschaft hat dich schon immer erschreckt

aber was hat dir an mir gefallen?

zum gefallen musst du verstehen, und du verstehst nicht ganz, wie es mir geht.

Meine Worte zu dir werden immer nüchterner werden. Die Betrunkenheit behalte ich für mich, nur in manchen Momenten werde ich dich noch sehnsuchtsvoll anblicken, als meinen Traum. Aber du hörst mir nicht zu … sagst mir, es läge an mir. Und wenn es an mir liegt, dann will ich noch schneller meine Sachen packen. Denn dann brauche ich nicht mehr auf den Wandel zu warten.

Trennen wir uns an dieser Stelle. Die Leere in mir wird immer größer. Du denkst ich übertreibe, ich fühle mich hilflos. Ich will, dass es mir besser geht. Für dich kann ich anscheinend nichts tun. Mal dir ein Bild von mir, das sollte reichen.

Sanft schließe ich die Tür und streiche über das Holz.


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