Das Museum der gestohlenen Erinnerungen

13 04 2009

Habe mir das Jugendbuch „Das Museum der gestohlenen Erinnerungen“ von Ralf Isau aus meinem Regal gegriffen, wo es schon eine Weile steht – oder besser: hängt. Denn die Buchbindung hat die Nerven verloren, die Seiten fallen mehr, als dass man sie noch blättern könnte und ich weiß, ich fand das Buch einmal großartig, wollte es dann nocheinmal lesen und fand den Anfang eher schwierig. Also Versuch Nummer zwei.

Charakteristisch:

„Die Truhe!“, rief Oliver plötzlich dazwischen, nein, er schrie es geradezu, keuchte, wie er es sonst nur nach einem Zwanzigmeterlauf tat, und starrte seine Schwester mit weit aufgerissenen Augen an.

Amüsant und kurzweilig zu lesen, etwas abgedroschene Metaphern, einige gewollt lustige Vergleiche – bildlich nicht sehr gelunden, dafür ist die Geschichte außergewöhnlich. Zack schon 50 Seiten weggelesen. Allgemein Genre: Historisches Fantasy. Jetzt sind nur noch 40 Seiten vor mir von den 666 Seiten umfassenden Werk – und es zieeeeeht sich. Meine Güte. Aber es ist angenehm einfach etwas so zu lesen, es ist wie eine Feierabendserie, vorhersehbare Gefühle, nette, erwünschte Wendungen, ein paar außergewöhnliche Schauplätze und ein Paar Rätsel (das liebt die Leserin besonders).

Keine Stelle gibt es, die wie bei Anna Karenina nachklingt, wo jeder Satz analysiert werden will, alles glatt an der Zunge liegt und nichts übel aufstößt oder aus dem Charakter fällt – maßgeschneiderte Geschichtsstränge. Doch zur Abwechslung dieses Jugendbuch, das nur unterhalten will, dazwischen noch etwas Nazi-Mahnung und historisches Allerlei reinwirft, ist entspannend – vielleicht weil man wirklich nicht nachdenken muss. Wieso auch? Dann regt man sich nur über die vielen logischen Lücken auf.

Eine Stelle habe ich mir jedoch gemerkt:

„Wer da handelt, der hat gewöhnlich den Gewinn; wer alles überleget und zaudert, der nicht leicht.“ - Herodot


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1 Antwort zu “Das Museum der gestohlenen Erinnerungen”

13 04 2009
Lysann (21:13:26) :

So, gerade beendet. Die letzten Seiten habe ich wirklich nur so dahingerafft, ein einziges ungeduldiges Überhuschen. Keine qualitative Verbesserung erkennbar, im Gegenteil.

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