Hin und her fallen sie, meine Gedanken. Soeben noch tief versunken in literarischen Betrachtungen, die ich für immer fortsetzen wollte, jetzt umherwirbelnd in Farben und Linien, obwohl ich mir doch geschworen habe, der Kunst als reine Illustration fürs erste zu enthalten – sie sozusagen nur als Endschliff einzusetzen. Doch was stört’s meine Gedanken? Ich kann kein Buch mehr in die Hand nehmen und denke nur noch in Bildern. Fange ich an mit Zeichnen und Entwicklen, drängt es mich zurück zum Schreiben.
Man fühlt sich wie ein Minderberechtigter im Abstimmungsprozess. „Wer ist für einen Kochflash?“ zack, sind alle Hände oben, ein Teil erstellt schon die Rezeptliste, der nächste schnuppert schon dem Mahl vor und ich? Lasse resigniert das Buch niedersinken, bette ein Lesezeichen zwischen die Seiten und frage mich, wann ich wohl wieder zu ihm zurückkehren werde. Denn früher oder später kommt die Idee, der Anfall, der mich alles fallen lassen lässt mit eine grandiosen Idee – und ich schwöre: wäre diese Idee nicht grandios, dann würde ich auf das System Durchhalten setzen. Doch mein Hirn scheint das Eichhörnchen-System zu mögen: Busch entdecken, einmal rundherum huschen, hastiges Loch buddeln, Nuss reinschmeißen, alles wieder drüber und nix wie weg. Und alles was ich tun kann, ist vertrauen, dass sich die ganzen Bruchstücke irgendwann zu einem Gesamtbild zusammensetzen lassen, das im Einklang ist. Wie das geschehen soll, ist mir schleierhaft, aber das ist ja die Art und Weise, wie ich manche Dinge momentan erledige, auch.






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