Uebungstext Sturm

1 06 2010

Im Folgenden ein Text, der aus den Assoziationen zu Sturm/Stille im Seminar entstanden ist.

Die hellgelbe Landschaft liegt bewegungslos unter der Hitze. Kein Wind raschelt durch die Weizenfelder, stumpf steht verbranntes Gras an alten Asphalt-Feldwegen. Der Hügel in einiger Ferne scheint starr in den Himmel zu starren, doch der ist leer, ein nichtssagendes Blau. Echte Stille ist nicht Tonlosigkeit, sondern wie das Ticken einer Uhr: Gleichgültig wartend.

Schleichend hat sich das Licht verändert. Menschen treten an die Fenster, erheben sich aus ihren Liegen, spüren die Unruhe und schauen hoch, suchen die Anzeichen und da, noch weit hinten am Horizont braut sich etwas zusammen. Das Blau des Himmels kippt ins Grau-grünliche, auch das helle Sonnengelb bricht, wirkt schmutziger und gerade, als wir das bemerken, streift uns die erste Böe. Und wir wissen es: Ein Gewitter zieht auf.

Während die Böen zunehmen, holen Mütter gemächlich ihre Kinder von den vertrockneten Spielplätzen, räumen Väter hektisch den Terrassentisch ab und Fenster schließen sich der Reihe nach. Nun ist es über uns. Als das erste Donnergrollen über das Dorf rollt, fühlt es sich an wie ein Durchbruch durch die Stille. Der Wind wirbelt heftiger durch das Haar und auf den erhitzen Straßen erscheinen die ersten dunklen Kreise. Endlich.


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1 Antwort zu “Uebungstext Sturm”

20 06 2010
nömix (10:08:13) :

»Als Donnergrollen über das Dorf rollt ..«
Hübsche Alliteration, Kompliment ;)

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