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	<title>Elysisch &#187; Allgemein</title>
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	<description>Die Welt mit anderen Worten sehen.</description>
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		<title>Der verschteckte Dorscht nach Romantik</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 05:48:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8211; Ein Artikel vom letzten Jahr, der im Bookazine &#8222;Nachts in Darmstadt&#8220; erschien. Hier konnte ich mich bei der literarischen Recherche &#8222;austoben&#8220; und hatte sehr viel Spa&#223; dabei. &#8212;
Wenn man sich von der Sonne abwendet, betritt man den alten Pfad der Romantiker. Den Tag und das Licht der Vernunft l&#228;sst man hinter sich und gibt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8211; Ein Artikel vom letzten Jahr, der im Bookazine &#8222;Nachts in Darmstadt&#8220; erschien. Hier konnte ich mich bei der literarischen Recherche &#8222;austoben&#8220; und hatte sehr viel Spa&szlig; dabei. &#8212;</p>
<p><strong>Wenn man sich von der Sonne abwendet, betritt man den alten Pfad der Romantiker. Den Tag und das Licht der Vernunft l&auml;sst man hinter sich und gibt sich der Nacht hin, mit ihrer F&uuml;lle an &uuml;berw&auml;ltigenden Gef&uuml;hlen und dunklen Gestalten&#8230;</strong></p>
<p><strong>Bei der Suche nach einer Darmst&auml;dter Romantik ergab sich jedoch eine andere Geschichte: Es hat hier schlicht keine Romantik gegeben. Darmstadt hat einen ganz eigenen Weg zu seinen Gef&uuml;hlen gefunden</strong>.</p>
<blockquote><p>&bdquo;<em>Abw&auml;rts wend ich mich zu der heiligen, unaussprechlichen, geheimni&szlig;vollen Nacht.</em>&ldquo;<br />
&ndash; Novalis in &bdquo;Hymnen an die Nacht&ldquo; (1799&#8260;1800)</p></blockquote>
<p>Dieses Zitat gibt in einem Satz den Kern der Romantik wieder. Die &bdquo;Nachtbegeisterung&ldquo; war ein zentrales Thema dieser Epoche, die literarisch ihre Bl&uuml;tezeit zwischen 1795 und 1830 erlebte.</p>
<p>Heute nennt man &bdquo;romantisch&ldquo; eine Sache oder eine Ereignis,&nbsp; das Menschen mit Liebe und Sehnsucht erf&uuml;llt &ndash; so sehr hat die Epoche das Wort gepr&auml;gt, mit dem man sie benannte. Doch das ist nur ein kleiner Teil. Die ganze Romantik ist durchzogen von der Sehnsucht nach der Ber&uuml;hrung der tiefen Wahrheit, der unfassbaren Seite des Lebens. Die Romantiker waren interessiert an der Transzendenz, dem Aufbrechen der Grenzen, das mit der Nacht einhergeht. Wahnsinn, Ekstase und Traum waren solche Zust&auml;nde, die nun bewusst erforscht wurden. Man wollte zur&uuml;ck zu den Urspr&uuml;ngen, man wollte dem b&uuml;rgerlichen Alltag entfliehen, um sich den Geheimnissen des Seelenlebens zu widmen. Typisch romantisch ist es etwa, die Natur und Kunst als symbolische Sprachen zu sehen, deren Deutung dem Menschen auferlegt ist. Allem wurde eine h&ouml;here Bedeutung verliehen.</p>
<p>An dieser Stelle w&uuml;rde der geb&uuml;rtige Heiner dazwischenfahren: &bdquo;Momentemale, sch&ouml;n auf dem Bode bleiwwe.&ldquo; Und in der Tat, es sind harte Zeiten, in denen es gef&auml;hrlich ist, seinen Kopf nicht bei seiner H&auml;nde Arbeit zu haben, sondern in geistigen H&ouml;hen. Doch hat es einmal eine Zeit gegeben, in der auch der Darmst&auml;dter das Tr&auml;umen dem spr&ouml;den Alltag vorzog?</p>
<p><strong>Platz frei f&uuml;r die Romantik! Doch wo bleibt sie?</strong></p>
<p>Alles begann sehr vielversprechend &ndash; mit Goethe. Er war zwar selbst kein Romantiker, doch ein wichtiger Wegbereiter. Zwanzig Jahre vor Beginn der Romantik, 1772 kam er in Kontakt mit dem Darmst&auml;dter &bdquo;Kreis der Empfindsamen&ldquo;, auch unter dem Namen &bdquo;Gemeinschaft der Heiligen&ldquo; bekannt. Von da an pilgerte Goethe h&auml;ufig von Frankfurt nach Darmstadt und zur&uuml;ck zu Fu&szlig;, um den Treffen beizuwohnen. Man unternahm gemeinsame Spazierg&auml;nge und Bootsfahrten, um Nat&uuml;rlichkeit zu finden, trug sich gegenseitig Klopstocks Oden vor, um die Empfindsamkeit zu steigern und wollte f&uuml;r alle seelischen Regungen offen sein. Das &uuml;berflie&szlig;ende Gef&uuml;hl wurde bewusst forciert. Vielleicht sind dem einen oder anderen noch die Schw&auml;rmereien aus &bdquo;Die Leiden des jungen Werther&ldquo; (1774) ein Begriff. So &auml;hnlich muss man es sich vorstellen: endlos lange Gedichte &uuml;ber den g&ouml;ttlich schillernd, gl&uuml;ckseligen, entfalteten, liebgewonnenen, halbzeronnenen, z&auml;rtlich fortschleichenden und zu Boden fallenden Moment.</p>
<p>Das waren gute Ans&auml;tze f&uuml;r die Romantik, die zwei Jahrzehnte sp&auml;ter aufkommen sollte. Doch der Kreis der Empfindsamen fiel auseinander und Goethe zog weiter.&#160;1774 starb Landherzogin Caroline, die Patronin der Darmst&auml;dter &bdquo;Gemeinschaft der Heiligen&ldquo;. Ihr Tod war f&uuml;r das kulturelle Leben in Darmstadt, f&uuml;r die geistreiche Geselligkeit, eine Katastrophe. Mit ihr schwand das Interesse und das Geld, das Zentrum ging verloren und Darmstadt fiel zur&uuml;ck in den b&uuml;rgerlichen Alltag. Darmstadts Altstadt war zwar romantisch verwinkelt, glich allerdings eher einem elenden Quartier. Ein Reisef&uuml;hrer von 1836 wei&szlig; von der Zeit um 1790 zu berichten:</p>
<blockquote><p>&bdquo;<em>Es ist noch kein halbes Jahrhundert her, da&szlig; jeder Fremde die vier Hauptwunder Darmstadts zu sehen sich bem&uuml;hte: einen Tambour mit h&ouml;lzerner Hand, einen Brieftr&auml;ger, der nicht lesen konnte, einen Marktbrunnen ohne Wasser und ein Schlo&szlig;, dessen Fenster mit Brettern vernagelt.</em>&ldquo;</p></blockquote>
<p><strong>Zwei romantische Versuchungen &ndash; doch der Heiner bleibt standhaft</strong></p>
<p>Rundherum ging das Leben weiter: Die Namen Novalis, Tieck und Brentano, Arnim, Eichendorff und E.T.A. Hoffmann tauchten auf, zwei Literatengruppen bildeten sich in Jena und in Heidelberg. Ihnen gemeinsam war ihr Streben nach dem Nachtgef&uuml;hl, dem mystischen Sinn. Man fragt sich: Heidelberg? Das ist keine 60 Kilometer von Darmstadt entfernt. Ein paar Romantiker m&uuml;ssten doch durchgereist sein; konnte das Wesen jener Zeit spurlos an dieser Stadt vor&uuml;bergehen? Nun, zwei Spr&ouml;sslinge des neuen Gedankenguts hat es gegeben: Georg Gottfried Gervinus und August Wilhelm Schlegel.</p>
<p>Als ein f&uuml;hrender Vertreter der romantischen Bewegung besuchte August Wilhelm Schlegel (1767&#8211;1845) den Schauspieler Holtei in Darmstadt. Doch war der einzige Eindruck, den er hinterlie&szlig;, dass er zu viel Rouge benutze. Holteis Gattin notierte damals mit Entsetzen, dass Schlegel &#8222;den l&auml;ngst verbl&uuml;hten Wangen einen jugendlichen Rosenschimmer aufzustreichen sich noch beeilte&#8220;. Keine Anekdote, die die Kombination Romantik und Darmstadt im guten Licht erscheinen lie&szlig;e.</p>
<p>Versuch Nummer zwei der Romantik, die unersch&uuml;tterliche Festung Darmst&auml;dter N&uuml;chternheit einzunehmen, waren die Umtriebe des Georg Gottfried Gervinus (1805&#8211;1871). Er war ein Kommilitone der Gebr&uuml;der Grimm, die ein weiteres Zentrum der Romantik bildeten. Auch er war vom neuen Geist der Romantik erf&uuml;llt, traf sich um 1820 mit gleichaltrigen Jugendlichen auf dem Herrgottsberg, wo sie sich gegenseitig Texte der neuen Str&ouml;mung vorlasen. Um sich selbst ein Denkmal zu schaffen, wollten sie ihre Initialen auf dem Ort eingravieren, der ihnen so viele sch&ouml;ne Stunden geboten hatte. Doch der harte Granitfels vernichtete so viele Mei&szlig;el, dass nur ein Buchstabe von den romantischen Zeiten zeugt: G. F&uuml;r Gervinus.</p>
<p>Manche f&uuml;hren noch Matthias Claudius ins Feld mit seinem Gedicht &bdquo;Abendlied&ldquo; (Der Mond ist aufgegangen, 1771). Hartn&auml;ckig h&auml;lt sich der Mythos, dass es in Darmstadt erdacht und niedergeschrieben wurde. Wie gut es doch hier hineinpassen w&uuml;rde. Doch es bleibt ein Mythos und Claudius war kein Romantiker.</p>
<p><strong>Der langerwartete Stadtdichter taucht auf: Elias Niebergall</strong></p>
<p>Es verging die Zeit, bis sich endlich einer literarisch des Wesens Darmstadts annahm, im Jahr 1841. Dazu muss man wissen: M&auml;rchen sind ein Genre der Romantik. Man versuchte durch die M&auml;rchen die urspr&uuml;ngliche einfache Lebensweisheit, die das Volk noch besa&szlig;, wieder zug&auml;nglich zu machen. Bekanntlich sammelten auch die Gebr&uuml;der Grimm M&auml;rchen. Allerdings nur in einer Form, die ihnen als kulturell hochstehend erschien. Auch das Volk in Darmstadt gab sein Bestes und wurde erh&ouml;rt, von einem gewissen Ernst Elias Niebergall (1815&#8211;1843). Er interessierte sich f&uuml;r die Geschichten des Volkes, f&uuml;r ihre Seele und Weisheit, schrieb sie jedoch in etwas anderer Form nieder:</p>
<p>&bdquo;SCHMIDT hustet, f&uuml;r sich. Wos soll ich nor schw&auml;tze? Laut. Wie is doch die Nadur im Allgemeine so schee!<br />
EVCHEN. Gor schee.<br />
SCHMIDT. Hehrn-Se die Nachdigalle peife? &ndash; seifze, wollt ich sage.<br />
DATTERICH im Hintergrund. Ich hehr nix wie Fresch quaakse.&ldquo;<br />
[4. Bild, 5. Szene]</p>
<p>Diese Szene aus dem &bdquo;Datterich&ldquo; (1841), die sich im Herrengarten abspielt, kann schon als H&ouml;hepunkt der Romantik &ndash; der Darmst&auml;dter Romantik &ndash; gelten. Das Thema ist ein Sujet der Romantik: Ein heimliches Liebes-Treffen bei Nacht, inmitten der Natur. Doch edle Charaktere, gar Helden, gibt es in diesem Text nicht.</p>
<p>Hauptdarsteller ist ein durchtriebener Schnorrer, dessen Name schon f&uuml;r sich spricht. Das Wort Datterich bedeutet so viel wie &bdquo;ein gewohnheitsm&auml;&szlig;iges Zittern der H&auml;nde am Morgen bei Leuten, die sich abends mit dem Schuh k&auml;mmen, d.h. &uuml;ber den Durst zu trinken pflegen.&ldquo; Zitat: &bdquo;Isch hab schon de ganze Tag &uuml;ber so e verschteckte Dorscht.&ldquo; Hier spricht das wahre Volk, wie es im Grunde doch keiner h&ouml;ren wollte. Au&szlig;er die Heiner, die bis heute stolz sind auf ihr lokales Meisterwerk in Mundart. Kein Darmst&auml;dter, der nicht ein paar Zeilen daraus kennt.</p>
<p><strong>&bdquo;In Darmstadt wuchs das Unkraut wie eh und je&ldquo;</strong></p>
<p>Die Nacht ist hier die Zeit f&uuml;r das Wirtshaus und geselliges Beisammensein, nicht f&uuml;r &bdquo;Nachteinsamkeit&ldquo; und Nachsinnen &uuml;ber die Bedeutung der Welt. Das biedermeierliche Darmstadt, l&auml;sst sich nicht auf die unerreichbaren Ideale der Romantik ein und vermeidet jegliche &Uuml;berh&ouml;hung. Und sei es nur Hochdeutsch. In einer Zeit, in der anderswo die blaue Blume bl&uuml;hte, wuchs in Darmstadt das Unkraut wie eh und je.</p>
<p>So hat die Stadt einen Bogen um die Romantik gemacht. Sie war sich immer treu. Egal ob entz&uuml;ckte Adlige, die in W&auml;ldern zu Gedichten weinten, oder Jugendliche, die im romantischen &Uuml;berschwang auf dem Herrgottsberg einherphilosophierten, solange es drau&szlig;en im Wald blieb, haben sich die Darmst&auml;dter nicht irritieren lassen. &bdquo;Der Darmst&auml;dter ist trocken. Er liebt die Stimmung, nicht den Schwung&ldquo;, erkennt der in Darmstadt geborene Schriftsteller Hans Schiebelhuth (1895&#8211;1944) richtig und schreibt, Darmst&auml;dter seien unpathetische Menschen, sentimentale Exaltiertheit gehe ihnen gegen den Strich. Kurzum, wenn einer schw&auml;rmt, kann er nicht von Darmstadt sein. Der Rest ist &bdquo;schmierige Poeterei&ldquo;, wie Robert Schneider es in seinem Elias Niebergall gewidmeten Gedicht nennt.</p>
<p>F&uuml;r alle Nichtdarmst&auml;dter zum Trost ein Gedicht, das wohl das Ber&uuml;hmteste aus der romantischen Epoche ist: Eichendorffs &bdquo;Mondnacht&ldquo;. Und keine Sorge! Die Namen der gro&szlig;en Romantiker haben es trotzdem in die Stadt geschafft&#160;&#8211; als Stra&szlig;enschilder. Im Bereich der Kunst gab es sehr wohl nennenswerte romantische Werke in Darmstadt &ndash; und nicht zu vergessen: Auch der Jugendstil enth&auml;lt Elemente der Romantik, und dieser hat Darmstadt wahrlich gepr&auml;gt. Ganz vor der Romantik dr&uuml;cken konnte sich Darmstadt also doch nicht.</p>
<p>Joseph von Eichendorff&#160;&#8211; &#8222;Mondnacht&#8220; (1837)</p>
<p>Es war, als h&auml;tt&#8216; der Himmel<br />
Die Erde still gek&uuml;sst,<br />
Dass sie im Bl&uuml;tenschimmer<br />
Von ihm nun tr&auml;umen m&uuml;sst.</p>
<p>Die Luft ging durch die Felder,<br />
Die &Auml;hren wogten sacht,<br />
Es rauschten leis&#8216; die W&auml;lder,<br />
So sternklar war die Nacht.</p>
<p>Und meine Seele spannte<br />
Weit ihre Fl&uuml;gel aus,<br />
Flog durch die stillen Lande,<br />
Als fl&ouml;ge sie nach Haus.</p>
<p>Weiterlesen:<br />
&bdquo;Darmstadt romantisch&ldquo; von Petra Neumann-Prystaj (Hrsg.) erschienen im reba-Verlag Darmstadt 1991.<br />
&bdquo;Literarische Spazierg&auml;nge in Darmstadt&ldquo; von Karlheinz M&uuml;ller, erschienen im Eduard Roether Verlag Darmstadt, 1993.</p>
<p>Infobox: Inhalt des &bdquo;Datterich&ldquo; von Ernst Elias Niebergall<br />
Der Datterich, ein trunks&uuml;chtiger Finanzbeamter im Ruhestand und Meisterschnorrer, ist immer auf der Suche nach jemanden, der ihm die n&auml;chste Runde ausgibt. Als Gegenleistung f&uuml;r ein Weinvergn&uuml;gen verspricht er Schmidt, ihn mit seiner jungen Base zu verkuppeln, dem Evchen. Jedoch schl&auml;gt das Stelldichein der beiden fehl: Evchen erscheint nicht, daf&uuml;r aber die Tochter der Dummbachs, Marie. Gl&uuml;cklicherweise ist es aber ohnehin sie, in die Schmidt verliebt ist. Und zum Gl&uuml;ck liebt sie auch Schmidt. Dennoch sind die weinseligen Zeiten f&uuml;r den Datterich bald vorbei. Schuster Bengler, dem er noch Geld schuldet, aber nicht zur&uuml;ckzahlt, verpr&uuml;gelt ihn und die Dummbachs setzen ihn schlie&szlig;lich auf die Stra&szlig;e. Ein &bdquo;Wirtshauslump&ldquo; in der Welt der Kleinb&uuml;rger, der nichts dazulernt.</p>
<p>Vorbild f&uuml;r den Titelhelden Datterich soll &uuml;brigens ein trunks&uuml;chtiger Kanzleigehilfe gewesen sein, der, als ihm zu Ohren kam, welch zweifelhaftes literarisches Leben er erlangt hat, dem Autor Pr&uuml;gel androhte. Niebergall lie&szlig; sich seitdem nicht mehr gerne ohne Begleitung in der Stadt sehen.</p>
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		<title>Provisorisch</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 08:06:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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Er hatte gedacht, sein Plan w&#252;rde funktionieren.  Einfach die Hauptstra&#223;en meiden, durch die Wohngebiete tingeln, und das  bei Nacht, sprich 21 Uhr, wenn nicht mehr so viele Leute unterwegs  w&#228;ren. Das war Anfang April gewesen. Die Bretter, die hinten mehr als  einen Meter aus seinem Auto ragten, hatte er gen&#252;gend gesichert: [...]]]></description>
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<p>Er hatte gedacht, sein Plan w&uuml;rde funktionieren.  Einfach die Hauptstra&szlig;en meiden, durch die Wohngebiete tingeln, und das  bei Nacht, sprich 21 Uhr, wenn nicht mehr so viele Leute unterwegs  w&auml;ren. Das war Anfang April gewesen. Die Bretter, die hinten mehr als  einen Meter aus seinem Auto ragten, hatte er gen&uuml;gend gesichert: Mit  Decken gepolstert, damit nichts verrutschen konnte und mit einer  Nylonschnur festgezurrt, die er einmal durch den Nippel geschlungen  hatte, wo der Kofferraum einrastet. Einen Freund hatte er auch noch  dabei, zum Festhalten der Bretter und danach zum Hochschleppen in die  neue Wohnung am anderen Ende der Stadt. Und nach Polizisten sollte der  Ausschau halten.</p>
<p>Wird schon passen, dachte er sich also und fuhr mit seinem schwarzen  Opel Corsa los, aus dem die hellen Ahornbretter weit herausragten. Im  Grunde waren es nur vier, f&uuml;nf Kilometer. Vor jeder Kurve und jedem  Schlagloch bremste er runter auf 10 Km/h. Damals, nach dem harten  Winter, gab es ja recht viele davon. Und wie er so durch die Kurven  zuckelte, dachte er noch verlegen l&auml;chelnd an die ganzen Leute hinter  ihm, die sich &uuml;ber ihn &auml;rgern w&uuml;rden. Aber es war ihm wichtiger, seinen  zerlegten Kleiderschrank heil in seine neue Wohnung zu bringen. Sie  fuhren kreuz und quer durch die Stadt, bis sie auf die Hauptstra&szlig;e  mussten, beim 24-Stunden-REWE vorbei.</p>
<p>Die Ampel dort war rot, und so rollten sie langsam vor &ndash; direkt an  dem Polizeiauto, das in der REWE-Ausfahrt stand, vorbei. Es war einer  dieser Zeitlupenmomente, in denen man sich eine halbe Ewigkeit  gegenseitig ansieht und wei&szlig;, dass die wissen, dass man jetzt Probleme  hat. Hinter ihnen war aber ein anderes Auto, so dass die Polizei sich  nicht direkt hinter sie einf&auml;deln konnte. Minutenlang standen sie vor  der roten Ampel. Der Freund sagte ernst: &bdquo;Ich muss dir jetzt was sagen.  Ich bin noch nie von den Bullen angehalten worden.&ldquo; Keiner lachte. Sie  hatten beide Schiss.</p>
<p>Die Ampel war immer noch rot und er &uuml;berlegte sich, wie er entwischen  konnte. Es wurde gr&uuml;n, sie fuhren los, die n&auml;chste Ampel schaltete  bereits auf Orange und er sah seine Chance, dr&uuml;ckte aufs Gaspedal. Die  Polizei war bald au&szlig;er Sichtweite, sie haben sich schon gefreut, als sie  an die n&auml;chste Ampel kamen, an der sie abbiegen mussten. Ganz vorne  standen sie und wieder war rot. Beide starrten nun in den R&uuml;ckspiegel.&nbsp;  Dann haben sie sie kommen sehen. &bdquo;Bitte werd&lsquo; gr&uuml;n&ldquo;, haben sie gebetet,  &bdquo;Bitte werd&lsquo; gr&uuml;n!&ldquo;.</p>
<p>Er hatte eine Idee: Wenn er als Linksabbieger schnell genug w&auml;re,  k&ouml;nnte er den Gegenverkehr schneiden und entkommen. Er dachte nicht mehr  an den Schrank, nur noch an die Strafe. Es wurde gr&uuml;n. Er gab alles,  dr&uuml;ckte aufs Gaspedal, wie es nur ging, sie schossen knapp um die Kurve,  direkt am Gegenverkehr vorbei, der Freund hielt mit beiden H&auml;nden die  Bretter fest. Als sie um die Kurve waren, sagte der Freund nur ruhig:  &bdquo;Woah. Bro!&ldquo;. Die Polizei haben sie nicht mehr gesehen.</p>
<p>Der Schrank steht heute in der neuen Wohnung, kein Kratzer auf dem  hellen Ahornfurnier. Darauf ist er stolz.</p></div>
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		<title>Uebungstext Sturm</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 21:11:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Folgenden ein Text, der aus den Assoziationen zu Sturm/Stille im Seminar entstanden ist.
Die hellgelbe Landschaft liegt bewegungslos unter der Hitze. Kein Wind raschelt durch die Weizenfelder, stumpf steht verbranntes Gras an alten Asphalt-Feldwegen. Der H&#252;gel in einiger Ferne scheint starr in den Himmel zu starren, doch der ist leer, ein nichtssagendes Blau. Echte Stille [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Im Folgenden ein Text, der aus den Assoziationen zu Sturm/Stille im Seminar entstanden ist.</em></p>
<p>Die hellgelbe Landschaft liegt bewegungslos unter der Hitze. Kein Wind raschelt durch die Weizenfelder, stumpf steht verbranntes Gras an alten Asphalt-Feldwegen. Der H&uuml;gel in einiger Ferne scheint starr in den Himmel zu starren, doch der ist leer, ein nichtssagendes Blau. Echte Stille ist nicht Tonlosigkeit, sondern wie das Ticken einer Uhr: Gleichg&uuml;ltig wartend.</p>
<p>Schleichend hat sich das Licht ver&auml;ndert. Menschen treten an die Fenster, erheben sich aus ihren Liegen, sp&uuml;ren die Unruhe und schauen hoch, suchen die Anzeichen und da, noch weit hinten am Horizont braut sich etwas zusammen. Das Blau des Himmels kippt ins Grau-gr&uuml;nliche, auch das helle Sonnengelb bricht, wirkt schmutziger und gerade, als wir das bemerken, streift uns die erste B&ouml;e. Und wir wissen es: Ein Gewitter zieht auf.</p>
<p>W&auml;hrend die B&ouml;en zunehmen, holen M&uuml;tter gem&auml;chlich ihre Kinder von den vertrockneten Spielpl&auml;tzen, r&auml;umen V&auml;ter hektisch den Terrassentisch ab und Fenster schlie&szlig;en sich der Reihe nach. Nun ist es &uuml;ber uns. Als das erste Donnergrollen &uuml;ber das Dorf rollt, f&uuml;hlt es sich an wie ein Durchbruch durch die Stille. Der Wind wirbelt heftiger durch das Haar und auf den erhitzen Stra&szlig;en erscheinen die ersten dunklen Kreise. Endlich.</p>
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		<title>Wiederbelebungsversuche</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 22:18:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Brief]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Jahr und nur zwei Eintr&#228;ge&#160;&#8211; eine wirklich niederschlagende Bilanz. Aber diese Zeit habe ich genutzt. Ich denke, ich werde jetzt wieder vermehrt schreiben um auf meinen schriftlichen H&#246;hepunkt im Sommer hinzuarbeiten. Da ich mir diese Zeit ganz f&#252;r mein Projekt freigenommen habe, brauche ich ein kritischen Begleiterblog, vor dem ich meine Fortschritte rechtfertigen muss. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Jahr und nur zwei Eintr&auml;ge&#160;&#8211; eine wirklich niederschlagende Bilanz. Aber diese Zeit habe ich genutzt. Ich denke, ich werde jetzt wieder vermehrt schreiben um auf meinen schriftlichen H&ouml;hepunkt im Sommer hinzuarbeiten. Da ich mir diese Zeit ganz f&uuml;r mein Projekt freigenommen habe, brauche ich ein kritischen Begleiterblog, vor dem ich meine Fortschritte rechtfertigen muss. Ganz recht: Es wird geschrieben. Der Plot steht, viele Details ebenso, genauso wie erste Szenen von meinen Buch und verdammt nochmal! Ich habe so viel daf&uuml;r gelesen und es mir vorgestellt, dass es jetzt endlich Zeit wird, diese fixe Idee bei den H&ouml;rnern zu packen und auf meine Pc-Tasten niederzudr&uuml;cken. Schon allein, weil danach die Diplomarbeit ansteht und ich bin nicht der Tr&auml;umer, der glaubt, w&auml;hrend der Arbeit noch an einem eigenen Buch arbeiten zu k&ouml;nnen. Ich habe es zwar im Praktikum versucht und es hat auch recht gut geklappt, was daran lag, dass meine Interessen im Job nicht gro&szlig; zum Einsatz kamen und ich daher &uuml;berbrodelte&#160;&#8211; aber in der Regel ist doch zu viel los um konsequent ein solches Ziel zu verfolgen. Jetzt steht das Ziel und ich versuche jede Woche erneut mir doch einen Sommerjob zu suchen und mir klar zu machen, dass das ein riesen Reinfall wird. Weil mir nichts einf&auml;llt. Weil ich nicht diszipliniert genug bin. Weil ich noch nicht so weit bin. Aber wie gesagt: Ich hatte ein Jahr um gr&uuml;ndlich an mir selbst und meinen Zielen zu arbeiten und darum werde ich wohl nicht weichen. Aber wahrscheinlich viel hier jammern :-).</p>
<p>Ansonsten ist mir beim St&ouml;bern durch den Blog klar geworden, dass meine fr&uuml;heren Eintr&auml;ge gar nicht so furchtbar waren, wie ich sie in Erinnerung hatte. Und dass dieser Blog hier recht privat ist, so dass ich hier das ein oder andere pers&ouml;nliche schreiben kann. Wahrscheinlich habe ich sowieso alle durch meine Anna Karenina-Buchrezension verschreckt! :D Aber mittlerweile sehe ich es nicht mehr so schlimm allgemeine Gedanken zu ver&ouml;ffentlichen, auch wenn ich immer deutlich die Gefahr sehe, dass es meinen Alltag unangenehm ber&uuml;hren k&ouml;nnte. Aber man kann sich nicht andauernd verstecken. Und vor allem nicht, wenn man vor hat, ein psychologisches Buch beruhend auf eigenen Emotionen zu schreiben (und zu ver&ouml;ffentlichen). Aber irgendwie kommt mir ein Buch trotzdem intimer und weniger durchsuchbar vor. Das wird sich sicher auch bald &auml;ndern dank Google.</p>
<p>So viel an dieser Stelle. Es ist der erste Juni 2010 und ich habe noch einiges f&uuml;r das Studium zu tun, bis im Juli endlich Ruhe einkehrt. Aber bis dahin werde ich hier einige alte Texte einstellen, um dann im Juli wieder voll einzusteigen. Vielleicht liest ja noch jemand mit (der darf sich gerne mal in den Kommentaren melden mit einem zaghaften &#8222;Hier!&#8220;), ansonsten gehe ich davon aus in wunderbarer Selbstgespr&auml;chs-Atmosph&auml;re vor mich hin zu philosophieren.</p>
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		<title>Zwischenstand in Koeln</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Oct 2009 09:35:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe jetzt schon so lange nicht mehr gebloggt, dass ich wirklich eine Weile rumprobieren musste, bis mir das Passwort wieder einfiel! Ich habe immer wieder mal dar&#252;ber nachgedacht, wieder etwas zu bloggen, doch es fehlte der Ansto&#223;. Dann kam Willis Kommentar zu &#8222;Kennst du deine Eltern nackt&#8220; in mein Postfach geflattert und nicht nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe jetzt schon so lange nicht mehr gebloggt, dass ich wirklich eine Weile rumprobieren musste, bis mir das Passwort wieder einfiel! Ich habe immer wieder mal dar&uuml;ber nachgedacht, wieder etwas zu bloggen, doch es fehlte der Ansto&szlig;. Dann kam Willis Kommentar zu &#8222;Kennst du deine Eltern nackt&#8220; in mein Postfach geflattert und nicht nur die Komplimente darin haben mich dazu bewegt, wieder kurz von mir h&ouml;ren zu lassen.</p>
<p>Grunds&auml;tzlich hat das viele positive Feedback, das ich hier bekommen habe, mich dazu gebracht, ernsthaft meinen Wunsch, ein Buch zu schreiben, anzugehen. Und so sitze ich hier und arbeite an meinem Plot, lese B&uuml;cher &uuml;bers Schreiben, Fachb&uuml;cher &uuml;ber Psychologie&#160;&#8211; mache also das Gleiche wie sonst auch, nur mit einem konkreteren Ziel und mittlerweile erkennbaren Fortschritten.</p>
<p>Doch nebenbei mache ich auch gerade mein Praxissemester in K&ouml;ln, einer Stadt, in der es h&auml;ufiger regnet als in London, aber die trotzdem von sich zu &uuml;berzeugen wei&szlig;. Der Job passt, die Wohnung neben der Innenstadt passt, doch leider weilen meine Gedanken h&auml;ufiger in anderen Welten als die Sch&ouml;nheit hier zu genie&szlig;en.</p>
<p>Was gab es noch? Im Sommer war ich in Prag und musste feststellen, dass es meine Seelenstadt ist. Wie kann man das erkl&auml;ren? Diese Stadt ber&uuml;hrt mich wie ein Schmonzetten-Film und passt so gut wie keine andere in meine verwinkelte Welt, ist sogar mittlerweile in meine Tr&auml;ume &uuml;bergegangen. Ach, Prag&#8230;wieso f&uuml;hrst du eine Fernbeziehung mit mir?</p>
<p>So, jetzt habe ich doch einen sch&ouml;nen Rundblick gegeben.</p>
<p>Gr&uuml;&szlig;e aus K&ouml;ln!</p>
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		<title>So still wie Coquerill</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Jun 2009 21:20:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich schreibe nichts, ich schreibe nichts.
Den ganzen Mai nichts Neues von mir. Aber was gibt es gro&#223; zu erz&#228;hlen? Ich studiere. Und das hei&#223;t meistens, ich lerne etwas, wovon ich meist nur terti&#228;r tangiert werde ;). Und das, was mich wirklich interessiert, daf&#252;r bleibt keine Zeit, kein Gedankenraum mehr &#252;brig.
Geschrieben habe ich auch, sehr flei&#223;ig, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich schreibe nichts, ich schreibe nichts.</p>
<p>Den ganzen Mai nichts Neues von mir. Aber was gibt es gro&szlig; zu erz&auml;hlen? Ich studiere. Und das hei&szlig;t meistens, ich lerne etwas, wovon ich meist nur terti&auml;r tangiert werde ;). Und das, was mich wirklich interessiert, daf&uuml;r bleibt keine Zeit, kein Gedankenraum mehr &uuml;brig.</p>
<p>Geschrieben habe ich auch, sehr flei&szlig;ig, doch darf das noch nicht ver&ouml;ffentlicht werden. Insofern: Ihr m&uuml;sst auch lernen mit der Stille zu leben :).</p>
<p>Und ich hatte Geburtstag.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Mitf&#252;hlen</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Apr 2009 17:46:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Wer nicht mitf&#252;hlt, liest umsonst.&#8220;
Dieser Satz, zitiert aus einem Buch von Hermann Melville in der FAZ trifft es wirklich auf den Kopf. Wobei, eigentlich ist eine allgemeine Wahrheit. Au&#223;er man liest wie man fernsieht&#160;&#8211; aus Schadenfreude, Spott, purer Ironie. Das k&#246;nnte ich mir bei kitschigen Liebesromanen gut vorstellen. Worte, die unsere Bed&#252;rfnisse auf niedrigster Ebene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Wer nicht mitf&uuml;hlt, liest umsonst.&#8220;</p>
<p>Dieser Satz, zitiert aus einem Buch von Hermann Melville in der FAZ trifft es wirklich auf den Kopf. Wobei, eigentlich ist eine allgemeine Wahrheit. Au&szlig;er man liest wie man fernsieht&#160;&#8211; aus Schadenfreude, Spott, purer Ironie. Das k&ouml;nnte ich mir bei kitschigen Liebesromanen gut vorstellen. Worte, die unsere Bed&uuml;rfnisse auf niedrigster Ebene bedienen&#160;&#8211; denen wir aber bewusst distanziert mit unserem Geist gegen&uuml;berstehen. Ein netter Zwiespalt des Intellektuellen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Das Museum der gestohlenen Erinnerungen</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Apr 2009 19:15:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Habe mir das Jugendbuch &#8222;Das Museum der gestohlenen Erinnerungen&#8220; von Ralf Isau aus meinem Regal gegriffen, wo es schon eine Weile steht&#160;&#8211; oder besser: h&#228;ngt. Denn die Buchbindung hat die Nerven verloren, die Seiten fallen mehr, als dass man sie noch bl&#228;ttern k&#246;nnte und ich wei&#223;, ich fand das Buch einmal gro&#223;artig, wollte es dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Habe mir das Jugendbuch &#8222;Das Museum der gestohlenen Erinnerungen&#8220; von Ralf Isau aus meinem Regal gegriffen, wo es schon eine Weile steht&#160;&#8211; oder besser: h&auml;ngt. Denn die Buchbindung hat die Nerven verloren, die Seiten fallen mehr, als dass man sie noch bl&auml;ttern k&ouml;nnte und ich wei&szlig;, ich fand das Buch einmal gro&szlig;artig, wollte es dann nocheinmal lesen und fand den Anfang eher schwierig. Also Versuch Nummer zwei.</p>
<p>Charakteristisch:</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Truhe!&#8220;, rief Oliver pl&ouml;tzlich dazwischen, nein, er schrie es geradezu, keuchte, wie er es sonst nur nach einem Zwanzigmeterlauf tat, und starrte seine Schwester mit weit aufgerissenen Augen an.</p></blockquote>
<p>Am&uuml;sant und kurzweilig zu lesen, etwas abgedroschene Metaphern, einige gewollt lustige Vergleiche&#160;&#8211; bildlich nicht sehr gelunden, daf&uuml;r ist die Geschichte au&szlig;ergew&ouml;hnlich. Zack schon 50 Seiten weggelesen. Allgemein Genre: Historisches Fantasy. Jetzt sind nur noch 40 Seiten vor mir von den 666 Seiten umfassenden Werk&#160;&#8211; und es zieeeeeht sich. Meine G&uuml;te. Aber es ist angenehm einfach etwas so zu lesen, es ist wie eine Feierabendserie, vorhersehbare Gef&uuml;hle, nette, erw&uuml;nschte Wendungen, ein paar au&szlig;ergew&ouml;hnliche Schaupl&auml;tze und ein Paar R&auml;tsel (das liebt die Leserin besonders).</p>
<p>Keine Stelle gibt es, die wie bei Anna Karenina nachklingt, wo jeder Satz analysiert werden will, alles glatt an der Zunge liegt und nichts &uuml;bel aufst&ouml;&szlig;t oder aus dem Charakter f&auml;llt&#160;&#8211; ma&szlig;geschneiderte Geschichtsstr&auml;nge. Doch zur Abwechslung dieses Jugendbuch, das nur unterhalten will, dazwischen noch etwas Nazi-Mahnung und historisches Allerlei reinwirft, ist entspannend&#160;&#8211; vielleicht weil man wirklich nicht nachdenken muss. Wieso auch? Dann regt man sich nur &uuml;ber die vielen logischen L&uuml;cken auf.</p>
<p>Eine Stelle habe ich mir jedoch gemerkt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Wer da handelt, der hat gew&ouml;hnlich den Gewinn; wer alles &uuml;berleget und zaudert, der nicht leicht.&#8220; <em>- Herodot</em></p></blockquote>
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		<title>Anna Karenina (259&#160;&#8211; 317)</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 15:30:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Kleiner Nachtrag von zwei Seiten zuvor: eine Stelle, die ich ausversehen &#252;bersehen habe, und doch zu schade ist, um zwischen den tausend Seiten unterzugehen:
&#8222;Lewin machte ein finsteres Gesicht. Das Gef&#252;hl der Kr&#228;nkung &#252;ber die Abweisung, die ihm zuteil geworden war, brannte wie eine frische, eben erst empfangene Wunde in seinem Herzen. Aber er war in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kleiner Nachtrag von zwei Seiten zuvor: eine Stelle, die ich ausversehen &uuml;bersehen habe, und doch zu schade ist, um zwischen den tausend Seiten unterzugehen:</p>
<blockquote><p>&#8222;Lewin machte ein finsteres Gesicht. Das Gef&uuml;hl der Kr&auml;nkung &uuml;ber die Abweisung, die ihm zuteil geworden war, brannte wie eine frische, eben erst empfangene Wunde in seinem Herzen. Aber er war in seinem Haus, und zu Hause helfen einem sogar die W&auml;nde.&#8220; (S.&#160;257)</p></blockquote>
<p>Mir ist aufgefallen, dass mir die Randfigur Lewin am interessantesten erscheint&#160;&#8211; vielleicht deswegen, weil sich Tolstoj selbst mit ihm identifizierte. Die Hauptgeschichte um die Karenina hingegen steigert sich ja mehr und mehr ins Tragische&#160;&#8211; gottseidank ohne unangenehm zu werden oder herzzerbrechend (dann kann ich n&auml;mlich auch nicht mehr weiterlesen), doch ich freue mich immer auf den Perspektivenwechsel &uuml;ber zur Nebenhandlung. War sicher nicht so intendiert vom Autor. Weiteres Manko der Hauptgeschichte: Der Liebhaber hat eine Glatze! Seit 200 Seiten beschreiben sie ihn als Sch&ouml;nling und dann zack! wird es mal so am Rande erw&auml;hnt, dass er bald keine Haare mehr auf dem Kopf hat. Ja, so stelle ich mir einen &uuml;beriridisch verf&uuml;hrerischen Mann vor, f&uuml;r den ich alles aufgebe. Darin zeigt sich nochmal der Aspekt von oben: Vielleicht ist einem Lewin sympathischer, weil er detaillierter und menschlicher beschrieben wird. Eigentlich wird kaum aus der Perspektive Anna Kareninas erz&auml;hlt, die Geschichte ist zentraler, weil tragischer, aber die Details sind sp&auml;rlich. Es werden nur ein paar Liebesdialoge wiedergegeben, bei Lewin die Umst&auml;nde seiner Liebe. Ergo Lewin ist unser menschlicher Ankerpunkt, unser Begleiter durch das Buch, w&auml;hrend hingegen Anna Karenina und ihr Geliebter plus Staffage mehr wie eine geschm&uuml;ckte Moralfrage daherkommen. Man darf bei jedem mal in die Gedanken hineinschauen, urteilen darf&#160;&#8211; muss? man selber.</p>
<blockquote><p>&#8222;Er wollte nicht sehen und sah wirklich nicht, dass schon viele in der Gesellschaft seine Frau schief anblickten; er wollte nicht verstehen und verstand nicht, warum seine Frau durchaus nach Zarskoe Selo &uuml;bersiedeln wollte. Er gestattete sich nicht, dar&uuml;ber nachzudenken, und dachte auch nicht dar&uuml;ber nach; aber obwohl er es sich nie eingestand und nicht nur keinerlei Beweise, sondern auch keine Verdachtsmomente hatte, wusste er doch ganz genau, dass er ein betrogener Ehemann war, und war tief ungl&uuml;cklich dar&uuml;ber.&#8220; (S.301)</p></blockquote>
<p>Sch&ouml;ne stilistische Stelle. Sorge mich, dass das Buch sich thematisch zu sehr in Richtung Effi Briest entwickelt. Habe das Buch wirklich gehasst. Aber die Personen in diesem Buch sind wenigstens respektierbar und verst&auml;ndlich in ihren Handlungen. Und welch ein Vergn&uuml;gen aus der Hand Tolstojs zu lesen!</p>
<blockquote><p>Als das Hindernisrennen &uuml;ber vier Werst begann, beugte sie sich vor und sah unverwandt auf Wronskij, der zu seinem Pferd ging und aufsa&szlig;, und gleichzeitig h&ouml;rte sie die widerw&auml;rtige, nicht verstummende Stimme ihres Mannes. Die Angst um Wronskij qu&auml;lte sie; aber noch mehr qu&auml;lte sie die hohe Stimme ihres Mannes mit dem ihr so wohlbekannten Tonfall, und ihr schien, als wolle diese Stimme &uuml;berhaupt nicht mehr verstummen.&#8220; (S.&#160;310)</p></blockquote>
<p>H&ouml;hepunkt erreicht. Sprachlos. Muss mich erst beruhigen und dann noch einmal lesen. Grandios. Mein Herz.</p>
<p>Ende Seite 317.</p>
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		<title>Anna Karenina (221&#8211;259)</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 10:33:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit einem schmerzenden R&#252;cken liest es sich nicht gut und konzentriert&#160;&#8211; darum habe ich jetzt eine Weile mit der Lekt&#252;re pausiert. Mittlerweile halte ich es wieder in meinem liebgewordenen Ledersesselchen aus, daher hier die fortlaufenden Notizen zu Anna Karenina, meinem Sprachquell, meinem Psychologiebuch, meiner Bildfreude.
&#8222;In alle Einzelheiten deiner Gef&#252;hle einzudringen, habe ich kein Recht, ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einem schmerzenden R&uuml;cken liest es sich nicht gut und konzentriert&#160;&#8211; darum habe ich jetzt eine Weile mit der Lekt&uuml;re pausiert. Mittlerweile halte ich es wieder in meinem liebgewordenen Ledersesselchen aus, daher hier die fortlaufenden Notizen zu Anna Karenina, meinem Sprachquell, meinem Psychologiebuch, meiner Bildfreude.</p>
<blockquote><p>&#8222;In alle Einzelheiten deiner Gef&uuml;hle einzudringen, habe ich kein Recht, ich halte das auch f&uuml;r nutzlos und sogar sch&auml;dlich&#8220;, sagte Alexej Alexandrowitsch. &#8222;Wenn wir in unserer Seele w&uuml;hlen, kommen oft Dinge zum Vorschein, die besser unbemerkt liegen bleiben sollten. Deine Gef&uuml;hle, das ist etwas, das nur dein Gewissen angeht; ich aber bin vor dir, vor mir selbst und vor Gott verpflichtet, dich auf deine Pflichten hinzuweisen. [...] Ich wiederhole: Es ist sehr leicht m&ouml;glich, dass meine Worte dir v&ouml;llig &uuml;berfl&uuml;ssig und unangebracht erscheinen, vielleicht sind sie nur durch einen Irrtum meinerseits veranlasst. In diesem Fall bitte ich dich um Entschuldigung. Aber wenn du selbst so f&uuml;hlst, dass auch nur der geringste Grund vorhanden ist, so bitte ich dich, dar&uuml;ber nachzudenken und, wenn dich dein Herz dazu treibt, mir zu sagen&#160;&#8230;&#8220; (S.&#160;220)</p></blockquote>
<p>Mit dieser Stelle hatte ich eigentlich aufgeh&ouml;rt, der versuchten Kl&auml;rung zwischen Anna Karenina und ihrem Mann. Am Anfang der Stelle f&auml;llt der sachlich-betonte Sprechstil des Mannes auf, wohl zur&uuml;ckzuf&uuml;hren auch auf seine Arbeit als Beamter. Redewendungen wie &#8222;bin verpflichtet, dich darauf hinzuweisen&#8220;, &#8222;ich wiederhole:&#8220; und &#8222;durch einen Irrtum veranlasst&#8220; verdeutlichen diese beamtliche Distanz, die er auch in der Beziehung pflegt. Die Ansicht, dass ihn ihre Gef&uuml;hle nichts angehen, nur ihre Entscheidungen, finde ich ebenfalls beachtenswert. Sind Gef&uuml;hle nicht die ma&szlig;gebliche Grundlage f&uuml;r Entscheidungen? Gef&uuml;hle kann man noch wenden, Entscheidungen nicht. Insofern&#160;&#8230; andererseits erspart man sich dadurch die belastende Vermutung &uuml;ber den n&auml;chsten Schritt des Gegen&uuml;bers. Doch am Ende seiner kleinen Vernunftrede kommt es mir so vor, als verliere sich Alexej in einer verzweifelten Bitte. Mit jedem Komma im letzten Satz, mit jedem Einschub scheint er sich mehr emotional zu offenbaren&#160;&#8211; und bricht an der Spitze der Gef&uuml;hle ab. L&auml;sst das Eigentliche ungesagt. Obwohl eigentlich hat er ja seine Vermutung bereits mitgeteilt, doch was f&uuml;r Welten liegen zwischen einer sachlichen Vermutung und einer leidenschaftlichen Bitte&#160;&#8211; vielleicht diese eine Nuance mehr Empathie, die Anna Karenina zum Zuh&ouml;ren und &Uuml;berdenken verleiten k&ouml;nnten.</p>
<p>Eine weitere Stelle, die durch ihre Metapher ins Auge f&auml;llt:</p>
<blockquote><p>Und er f&uuml;hlte, was ein M&ouml;rder f&uuml;hlen muss, wenn er den K&ouml;rper anblickt, den er des Lebens beraubt hat. Dieser Leichnam, dem er das Leben geraubt hatte, war ihre Liebe, die erste Periode ihrer Liebe. Es war etwas Entsetzliches und Absto&szlig;endes in der Erinnerung an das, was mit diesem entsetzlichen Preis der Schande erkauft war. [...] Aber trotz seines Entsetzens vor dem Leichnam des Ermordeten muss der M&ouml;rder diesen Leichnam zerst&uuml;ckeln und verstecken und muss sich zunutze machen, was er durch seinen Mord gewonnen hat.</p>
<p>(Und wie sich der M&ouml;rder mit Erbitterung, mit Leidenschaft auf diesen Leichnam st&uuml;rzt, so bedeckte er ihr Gesicht und ihre Schultern mit K&uuml;ssen.) (S.&#160;223)</p></blockquote>
<p>Der Vergleich zwischen Aff&auml;re und Mord ist zwar sehr gewagt, aber unbestreitbar kraftvoll. Besonders das Wort &#8222;zerst&uuml;ckeln&#8220;, die Vorstellung, seine Geliebte symbolisch zu zerst&uuml;ckeln, was f&uuml;r ein Bild.</p>
<blockquote><p>[...] Und darum wollte sie nicht davon sprechen, es nicht durch ungenaue Worte banal machen. (S.&#160;224)</p></blockquote>
<p>Ein paar Seiten nach diesem Satz, bildet sich in mir der Gedanke, dass Tolstoj allgemein Gef&uuml;hle nie banal dastehen l&auml;sst. Nackt und l&auml;cherlich wie sie meistens zu finden sind. Nein, Tolstoj kleidet sie in die richtige Zeit, in die richtige Beobachtung ein und so gewinnen sie ihre Berechtigung, ihre W&uuml;rde zur&uuml;ck.</p>
<p>Eine Wetterpassage</p>
<blockquote><p>Der Fr&uuml;hling kam langsam. Die letzten Fastenwochen hatten klares Frostwetter gebracht. Bei Tag taute es in der Sonne, aber in der Nacht sank das Thermometer auf sieben Grad unter Null; die Eiskruste auf dem Schnee war so stark, dass die Lastfuhren dar&uuml;ber hinwegfuhren, ohne sich an den Weg zu halten. An Ostern lag noch &uuml;berall Schnee. Am zweiten Feiertag begann pl&ouml;tzlich ein warmer Wind zu wehen, dunkle Wolken zogen auf, und drei Tage und drei N&auml;chte str&ouml;mte ein st&uuml;rmischer, warmer Regen. Am Donnerstag legte sich der Wind, und dichter, grauer Nebel steig auf, als wollte er das Geheimnis der Wandlung verh&uuml;llen, die sich in der Natur vollzog. Im Nebel fingen die Wasser an zu str&ouml;men, die Eisschollen krachten und setzen sich in Bewegung, immer schneller str&ouml;mten die tr&uuml;ben sch&auml;umenden Fl&uuml;sse, und am Sonntag nach Ostern zerriss gegen Abend der Nebel, das dunkle Gew&ouml;lk l&ouml;ste sich in wei&szlig;e L&auml;mmerw&ouml;lkchen auf, der Himmel wurde klar, und nun kam der wirkliche Fr&uuml;hling.</p></blockquote>
<p>Man f&uuml;hlt die einsetzende Bewegung, das Aufbrechen. Bei den genauen Zeitangaben glaube ich immer Tolstoj am Fenster sitzen zu sehen, das Wetter protokollierend.</p>
<blockquote><p>W&auml;hrend sie miteinander sprachen, spitzte Laska die Ohren, blickte auf den Himmel und warf den beiden einen vorwurfsvollen Blich zu.</p>
<p>&#8218;Jetzt ist&#8217;s gerade Zeit zum Schwatzen!&#8216; dachte sie. &#8218;Da fliegt eine&#160;&#8230; Ja, da ist sie&#160;&#8230; Die verpassen sie.&#8216; (S.247)</p></blockquote>
<p>Ja, und auch der Hund hat bei Tolstoj so seine Gedanken. H&auml;tte ich nicht gedacht.</p>
<p>So viel zu diesem Abschnitt, ein paar Stellen habe ich jetzt ausgelassen, es wird sonst einfach zu qu&auml;lend lang.</p>
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