Nein, nicht BAguette, BRAguette!

31 05 2008

Ich weiß, ich weiß! Ich sollte etwas unterhaltsam lehrreiches über Heckenrosen schreiben. Gerade blühen sie überall und duften so verführerisch nach Frühsommer. Und ich wollte es wirklich! Aber… ich kann euch meine neuste Entdeckung nicht vorenthalten:

Die Braguette – auch bekannt unter dem Namen Schamkapsel.

Aufmerksam auf sie wurde ich durch Papilias Artikel. Gesehen hat sie wahrscheinlich jeder schon einmal auf Bildnissen oder Statuen (ja, ich denke explizit an die Statue in der TU Darmstadt). Aber dass sie erstens so heißen und zweitens diese Mode derart außer Ruder lief … den Rest überlasse ich dem anständigem Wikipedia. Ich könnte es niemals so trocken und kommentarfrei wiedergeben.

Jedenfalls musste ich natürlich sofort nach weiteren Bildern googeln. Ja, ich weiß, auch das eine verwerfliche Handlung. Schiebt es aber wenigstens auf die wissenschaftliche Neugier und nicht die Sensationslust. Das hört sich besser an.

Dabei traf ich folgenden Herren. Darf ich vorstellen? Rudolf von Habsburg in seiner Ritterrüstung. Ähem, sie ist auch noch ganz gut in Schuss, schließlich wird sie oft poliert. Wie man sieht, mit besonderer Fürsorge an einer Stelle:

Ritterrüstung von Rufdolf von Habsburg

Für diejenigen, die sich fragen sollten „Warum in aller Welt …?!“. Nun, es bringt Glück. Genauer gesagt männlichen Nachwuchs, sollte man gerade welchen benötigen.

Also denkt an Goethes weises Gedicht, wenn ihr mal wieder zufällig in Innsbruck sitzt:

„Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah,
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da.“


Schwadronier net so daggelich rôm !

28 04 2008

Ich habe mir gesagt: „Wenn du jetzt kurz was schreibst, bekommst du auch deine Schokokuchen-Backmischung.“ Nur damit wir uns richtig verstehen: Ich will natürlich keinen Kuchen backen. Nein, meine neuste Erfindung sieht vor, dass ich den Teig anrühre, aber nur solang in den Ofen schiebe, dass erstens das blöde Backpulver draussen ist, von dem man Bauchschmerzen bekommt und zweitens schmeckt warmer Schokokuchenteig mit Kruste auch noch besser! Ha! Ich habe nur das Problem, dass ich losgehen und es kaufen muss.

Ich bin froh, dass es diese Hürde gibt, sonst würde ich jeden Tag Schokolade essen. Trotz allem. Trotz konsequenter gesunder Ernährung. Trotz einstündigem Joggen gestern und trotz tausender Artikel, in denen steht, dass Schokolade dick (und damit unglücklich) und schlechte Haut macht (und damit unglücklich) und besonders bei mir nervliche Kapriolen auslöst (die meine Umwelt ertragen muss, was auf Dauer auf mich zurückfällt und unglücklich macht). Egal. Dass ich mich selbst erpresse, um Dinge zu erledigen, finde ich übrigens normal. Ich meine, wer muss sich selbst nicht jedes Mal überzeugend sagen: „Iss es, das ist gesund und lecker!“ wenn er Obstsalat vor sich hat, aber auf den Pudding schielt? Eigentlich bin ich die ganze Zeit am Verhandeln mit mir selbst. Der Nachteil ist, dass man schlecht verhandeln kann, wenn es darum geht ein „guter Mensch“ zu sein. Entweder man zieht es durch oder nicht. Fast wie Fenster-putzen. Ein Fenster zählt nicht.

Wie dem auch sei, ich merke selbst, dass ich etwas plaudernd werde. Daher die Überschrift, die meine verborgene Sympathie für schwäbische Flüche zum Ausdruck bringen soll. Zu allem Überfluss (Achtung Wortspiel) hat es gerade angefangen zu regnen. Ich korrigiere: Zu schütten. Vielleicht bleibe ich doch schlank und glücklich. Eine Anmerkung sei mir erlaubt:

„Hemmel Herrgoddsagrament leck me am Arsch Scheißglômb verreggds!!“

Und weil ihr euch genauso wie ich so schön bis nach unten durchgequält habt, habe ich hier auch etwas für euch – fast so schön wie Schokolade:
Jedes Jahr wird der Ig-Nobelpreis verliehen (von engl.: ignoble), auch der „Anti-Nobelpreis“ von manchen genannt. Dieses Jahr beeindruckte mich besonders die kreative Leistung der Kategorie Linguistik. Ich zitiere Wikipedia:

„Der Preis ging an ein Team der Universität von Barcelona dafür, dass sie zeigten, dass Ratten unfähig sind, eine Person, die japanisch rückwärts spricht von einer Person zu unterscheiden, welche niederländisch rückwärts spricht.“

Was wohl ein Schwabe dazu sagen würde?

„Heiligsblechle! Wenn Du so lang wärsch wia bleed, nô könnsch dr Mond am Arsch lecka!“


Hilfe, mein Laptop ist Stier!

24 04 2008

Der StierNach mehr als einem Monat qualvollen Wartens habe ich jetzt einen neuen Laptop. Ich habe mich riesig gefreut, entsprechend seinen Ausmaßen. Ja, er ist nicht der kleinste. Alle neuen Funktionen habe ich ausprobiert und im Web gesurft, als hätte ich noch nie die Freuden des Onlinezeitalters gekostet. Doch mehr und mehr schlichen sich die ersten Dämpfer ein. Ungewöhnlich lange Ladezeiten. Ein sehr schickes Layout, das aber leider sehr schwer bedienbar ist. Mir kam ein Verdacht: Ist mein Laptop etwa ein Stier?

Ich habe nochmal nachgeschaut: Ja, diese Zeit gehört den Taunus-Kindern. Bleibt nur noch eine einzige Frage: Kann ein Laptop an sich einem bestimmten Sternzeichen angehören? Ist die Macht der Astrologie so groß, dass sie sogar der Technik Charaktereigenschaften abgewinnen kann?

Ich für mich habe diese Frage mit einem ja beantwortet. Ich kenne einige Stier-Geborene und möchte nicht allen grundsätzlich bestimmte Eigenschaften zusprechen, aber es gibt doch auffällige Gemeinsamkeiten!

Ein Stier geht nicht frohlockend auf Veränderungen zu. Er mag es eher nach Plan und gesichert. So auch mein Laptop. Er traut mir nichts zu und fragt mich lieber dreimal, ob ich das auch WIRKLICH machen möchte.

Wenn Stiere etwas tun, so machen sie es gründlich, was mitunter länger dauern kann, aber dafür besser ausieht. (Das sind die Kinder, die wirklich IMMER entlang der Linie ausgeschnitten haben.) Sie legen nämlich viel Wert auf das Schöne im Leben. Schließlich ist der regierende Planet die Venus. Brauche ich noch groß auf meinen Laptop hinzuweisen?

Und das dritte große Merkmal: Das Mit-dem-Kopf-durch-die Wand-Syndrom. Haben sich Stiere nämlich festgelegt und auf einen Wandel eingelassen, lassen sie nicht locker – koste es, was es wolle. Sie sind wie die Helden im Film. Selbst nachdem sie von einem Auto überfahren, in die empfindlichsten Körperteile getreten worden sind und nur noch am Ringfinger vom Rand der Klippe hängen, denken sie: „Ha! War das schon alles? Denkst du etwa ich gebe jetzt schon auf?!“. Das ist mein Laptop.

Ob das die besten Eigenschaften für einen Laptop sind? Ich habe da so meine Zweifel, aber ich setze auf eine weitere Seite des Stiers: Die tiefe Treue. Vielleicht gewöhnt sich der Laptop irgendwann an mich und kämpft dann gegen die bockigen Programme. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg der gemeinsamen Gewöhnung.


Eisenhelme im Februar

1 02 2008

Ich war wieder am Blättern durch mein Herkunftswörterbuch als ich auf den Isegrim stieß.
Isegrim?
War das nicht der Wolf?
Man trifft ihn heutzutage wohl öfter in den Kreuzworträtseln als in den Märchenbüchern.

Seit dem 10. Jahrhundert ist Isangrim ein Männername, der so viel heißt wie „Eisenhelm“. Der Namensteil „grim“ wird hier noch als Helm oder Maske verstanden, was man auch am Wort „Grimasse“ sehen kann. Die Zeit kam und ging und aus dem Mann Isangrim (hört sich stark nach einem Zwerg aus Terry Pratchetts Scheibenweltromanen an) wurde der Märchenwolf Isegrim. Der ist schon eine Spur ‚grimmiger‘ – vielleicht weil die Gebrüder Grimm ihre Hände ihm Spiel hatten.

Hm, ganz nett, denke ich. Doch wo ist sein viel beeindruckenderer Freund der Fuchs Reineke? Ich kann mich noch erinnern, dass ich seinen Volksnamen „Reineke“ als erstes von meinem alten Physiklehrer zu hören bekam. Wie es dazu kam ist mir auch rätselhaft. Jedenfalls findet man Reineke so nicht im Herkunftswörterbuch. Dabei war er mein großes Vorbild in jungen Jahren: In den verzwicktesten Lagen sich mit Wörtern den Weg freizukämpfen und dann besser als zuvor aus der Geschichte herauszugehen – das kann und lehrt Reineke. Und wäre ich klüger gewesen, hätte ich schon damals seine gewieften Reden und Tricks analysiert und auswendig gelernt. Man trifft nicht oft einen Meister.

Also führt die Reise zu Wikipedia, wo es anscheinend für alles Experten gibt. Ich versuche mich nicht mehr zu wundern und tue es doch immer wieder. In Wikipedia findet man ganz sicher einen Menschen, der die Geschichte der Streichholzschachtel exakt nachverfolgt hat, auf die Schachtelgestaltung derart eingeht, dass selbst noch Kunstlehrer davon inspiriert werden könnten und alle Stellen aus der Literatur, in der auch nur ein Streichholzschächtelchen zu Boden fällt, zitieren kann. Eine Schatzgrube. So habe ich auch diesmal Glück und finde einen ausserordentlich lesenswerten Artikel zum Reineke Fuchs.

Jetzt weiß ich wirklich alles über ihn. Doch bin ich so gefüllt mit Details, dass ich nicht weiß, wie ich es am Besten wiedergeben soll. Es sei hier nur gesagt, dass der Name Reineke aus der Komposition aus regin‑ (=Rat) und –hart (=stark, kühn) besteht. Wer den Text liest, wird wissen, was ein Malepartus ist, warum ein Illustrator Hand in Hand mit dem verkleideten Cotta’schen Verlagsgreifen spazieren geht und wieso der gerissene Fuchs sowohl Goethe als auch Aesop beschäftigt hat.

Zurück zum Buch. Vielleicht finde ich ja unter Fuchs noch etwas interessantes? Und hier bemerke ich, dass mein Gedächtnis wirklich sensationsbedürftig ist. Ich habe den Artikel verschwommen in Erinnerung, doch steht dick mein Fazit „enttäuschend“ darunter. Dabei ist der Artikel recht ausführlich und behandelt sogar die Bezeichnung als Reineke. Wahrscheinlich hatte ich damals einfach eine große Geschichte erwartet anstatt der lapidaren Erklärung, dass „Fuchs“ „der Geschwänzte“ bedeutet. Der Geschwänzte – wird das dem Bild von einem Meister des Wortes und der feingesponnenen List gerecht? Ich finde nicht. Aber womöglich schätzt man den Fuchs auch nicht so sehr, wenn er ständig das Mittagessen mopst. (‘Sich mopsen‘ steht für sich langweilen, bzw. sich ärgern und wer möpselt, der riecht muffig. Was man alles lernen kann, wenn man sich bei der Anzahl der „P“s nicht sicher ist…)

Zum Abschluss schaue ich noch, wenn ich schon beim eher unauffälligen, aber netten Buchstaben F bin, beim Februar vorbei. Bin ich eigentlich allein mit meiner Angewohnheit, den Buchstaben und Zahlen irgendwelche Eigenschaften zuzuordnen? Ich finde Ⅿ einfach sehr sympathisch. Doch der Februar enthält kein M, dafür eine nette Hintergrundgeschichte. Bis zum 16. Jahrhundert hieß der zweite Monat des Jahres Hornung oder Sporkel. Sporkel gefällt mir wirklich, viel besser als die strikte Durchnummerierung der Römer besonders gegen Ende des Jahres.

Februar ist ein Reinigungsmonat, im altrömischen Jahreskalender der letzte Monat vor dem Beginn des neuen Jahres, das die Iden des Märzes mit sich bringt, die Sylvesterparties der Römer. Und hier muss ich sagen, haben die Römer mal wieder ihren Sinn fürs Praktische bewiesen: Klar, dass jeder Aufräumen will und angestaute Erinnerungen entrümpelt, um Platz für das neue Jahr zu schaffen. Doch wer schon mal die zwei Stunden „Helligkeit“ zum Dachbodenaufräumen nutzen wollte, sich unter lebensfeindlichen Bedingungen mit mehr als nur Rückenwind mit seinem Altpapierkorb zum Container durchkämpfen musste, der wüsste den Februar als Bilanzmonat mit Reinigungswirkung zu schätzen. Nochzumal dann sowieso wieder Frühjahrsputz ansteht. Bei der anschließenden großen Neujahrsfeier würde man sich zudem nicht die Handschuhe versauen, beim Versuch, die Sylvesterböller vom gefrorenen, heiligen Schwabenländleboden zu entfernen.


Karfunkel und Furunkel

10 01 2008

Ich liebe die Etymologie (= Wortherkunft) wegen der Geschichte, die sie den Wörtern gibt.
Diesen Beitrag könnt ihr euch unter dem Punkt „Vorlese-Archiv“ in der Seitenleiste von mir vorlesen lassen!

So ist vielleicht dem ein oder anderem der Begriff „Karfunkel“ bekannt. Ich kenne es nur von dem Buch „Mein Freund Karfunkel“ (1979) von Rosel Klein, in dem ein Mädchen sich nach anfänglichem Hass mit dem Sohn des Direktors namens „Himmelsbach“ anfreundet. Da sieht man mal wieder, was man sich alles ungewollt merkt. Besonders dieser außergewöhnliche Name blieb hängen, den nun übrigens auch der Oberbürgermeister meines Heimatbezirks Heilbronn (wer’s nicht kennt, hat nichts verpasst) trägt. Doch was der Name Karfunkel bedeutet, wurde im Buch nicht enthüllt und so verbinde ich den Namen mehr mit einer unangenehmen Hauterscheinung: dem Furunkel.
Dank meines Lieblingsbuches, dem Duden Herkunftswörterbuch, mit der mythischen Seriennummer 7, konnte ich diese eklatante Wissenslücke, über die Günther Jauch sicher den Kopf geschüttelt hätte, ausfüllen:

Mit „Karfunkel“ bezeichnet man feurig rote Edelsteine. Ursprünglich aus dem Lateinischen entlehnt „Carbunculus“ (–> Karbon‑…) wurde es mit dem deutschen Götterfunken im Hinterkopf umgewandelt in Karfunkel.
Dieser Stein war mit Sagen umgeben, wie uns die Gebrüder Grimm lehren. Er wuchs als Heil‑ und Zaubermittel im Schädel des Einhorns, im Gehirn der Kröte, sogar im Magen des Kapaunen (kein Wunder, dass ihn heute kaum einer mehr kennt. Wer sucht schon dort danach?). Als Tinkturschatz in der Alchemie gepriesen, fand er auch viel Wertschätzung unter den romantischeren Schreiberlingen. Albertinus: „Der karbunkl ist fewrfärbig und scheinet dermaszen, dasz sein glanz so gar durch die nacht nit kan uberwunden werden.“ (der welt tummel‑ und schauplatz; München 1612: 839)

Und was macht man mit neuem Wissen? Genau man freut sich, wenn man dadurch die Fehler anderer Leute entlarven kann und die Welt ein bischen besser versteht. Bestes Beispiel bei der Google-Suche nach dem Karfunkel-Buch: Sir Arthur Conan Doyles „Der blaue Karfunkel“. Da wusste wohl auch die Übersetzerin die genaue Bedeutung nicht mehr.

Aber eine Lysann will es genau wissen: Woher kommt nun das Wort Furunkel?

In der Wortabteilung F stoße ich auf einen besonders großen Abschnitt der zu dem gesuchten Wort gehört. Treffer! Das bedeutet nämlich, besonders viel Geschichte und Assoziationen. Lassen wir uns mal in die Geschichte des vernachlässigten Furunkels führen:

Im 16. Jahrhundert – wie so vieles aus den lateinische Gefilden gewaltsam ins germanische Reich rübergezerrt – wurde unser sympathisches Wort für „Eitergeschwür“ vom lateinischem furunculus entlehnt. Wie wir alle wissen, oder zumindest ich nach mehreren Jahren Unterricht wissen sollte, ist Furunculus eine Verkleinerungsform von der Stammform „Fur“, dem Dieb. Wir haben es also mit einem „kleinen Spitzbuben“ (Duden) oder Diebchen zu tun. Nachgewiesen ist auch die Bedeutung als „Nebenschössling“, aus dem Gebiet der Rebstöcke. Das führt zu der Theorie, dass Winzer das Wort ‚Furunkel‘ ähnlich wie ‚Geiz‘ (im Sinne von ‚schmarotzender Trieb‘) ursprünglich scherzhaft gebrauchten, weil die kleineren Nebentriebe des Rebstocks dem Haupttrieb den Saft ‚stehlen‘.

Und was haben nun Rebstöcke mit unseren heutigen Furunkeln zu tun?
Wohl weil ein Geschwür dem Auge am Rebstock ähnelt und eine Blutkonzentration um den Eiterherd bewirkt – also somit Körpersäfte moppst – übertrug ein phantasievoller Arzt den Begriff auf die Entzündung.

Dies war also der langversprochene etymologische Abstecher in die tiefsten Tiefen des verborgenen Wortsinns. Konnte ich euer Herz nicht mit meiner Geschichte über Furunkel erwärmen, so sollen Goethes Worte für mich sprechen:

„doch ich fühle schon erbarmen
im carfunkel deines blicks.“


Nee, oder?

13 12 2007

Als ich dies sah, hoffte ich, es sei am PC entstanden. Dem ist nicht so.

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Da hatten doch die Amis seit Ostern dran gebastelt, die Lämpchen zu kaufen, sich eine Choreographie auszudenken und das Lied in allen Einzelheiten auswenig zu lernen.

Es gehen sogar Legenden um, dass sich die Unfälle vor diesem Haus häufen würden, wegen den verstörten Fahrern.

Merry Christmas!
(Oder wenigstens Frohes Lachen!)


Dieburgs Maria

2 12 2007

Die heilige Maria steht andächtig auf ihrer Säule. Auf kleinstem Platz sich vollkommen ausbreitend, verstrahlt sie Geborgenheit und heilige Stille. Um sie herum zieht sich ein Kreis aus Rosen, die sich von ihrer Kraft nähren. Braun dürre Ranken sind es jetzt, eher beschützend ziehen sie sich knarrend enger um die Marie, damit sie nicht friert, so wie sie. Der Wasserring, der die heilige Maria umschloss, ist vertrocknet.
Wenn im Sommer Sonnenstrahlen aus dem Wasser über ihr Gesicht schimmern, wie mag es sich wohl anfühlen?

Was der Name Maria bedeutet, ist nicht einstimmig geklärt. Es tauchen sowohl Erklärungen wie „die von Gott geliebte“ oder „die Widerspenstige“ sowie „die dem Meer entsprossene“, „die Betrübte“ oder auch „die Schöne“ auf. Wie weit doch diese Eigenschaften auseinander liegen. Es dokumentiert, wie viel in dieses alte Frauensymbol hineininterpretiert wurde.
Das Zeichen der heiligen Marie ist die Rose. Wie innig diese Verbindung ist, zeigt folgende Geschichte:
Auf einem alten Friedhof waren Grabmale zu finden, die zu verwittert waren, um sie einem Namen oder einer Zeit zuzuordnen. Doch ungeachtet ihrer Vergessenheit, blühte eine Rose auf einem einzelnen Grab. Ein Rosenkenner entdeckte sie und konnte feststellen, dass es sich um eine sehr alte Sorte aus den Anfangstagen der Rosenzüchtung handelte. Zu Goethes Lebzeit blühte sie dort und schmückt und schützt noch immer das Grab.

Etwas abseits der Groß-Umstäder Hauptstraße ist die Dieburger Maria zu finden. Nur wer sucht sie?