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	<title>Elysisch</title>
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	<description>Die Welt mit anderen Worten sehen.</description>
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		<title>Zwischenstand in Koeln</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Oct 2009 09:35:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe jetzt schon so lange nicht mehr gebloggt, dass ich wirklich eine Weile rumprobieren musste, bis mir das Passwort wieder einfiel! Ich habe immer wieder mal dar&#252;ber nachgedacht, wieder etwas zu bloggen, doch es fehlte der Ansto&#223;. Dann kam Willis Kommentar zu &#8222;Kennst du deine Eltern nackt&#8220; in mein Postfach geflattert und nicht nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe jetzt schon so lange nicht mehr gebloggt, dass ich wirklich eine Weile rumprobieren musste, bis mir das Passwort wieder einfiel! Ich habe immer wieder mal dar&uuml;ber nachgedacht, wieder etwas zu bloggen, doch es fehlte der Ansto&szlig;. Dann kam Willis Kommentar zu &#8222;Kennst du deine Eltern nackt&#8220; in mein Postfach geflattert und nicht nur die Komplimente darin haben mich dazu bewegt, wieder kurz von mir h&ouml;ren zu lassen.</p>
<p>Grunds&auml;tzlich hat das viele positive Feedback, das ich hier bekommen habe, mich dazu gebracht, ernsthaft meinen Wunsch, ein Buch zu schreiben, anzugehen. Und so sitze ich hier und arbeite an meinem Plot, lese B&uuml;cher &uuml;bers Schreiben, Fachb&uuml;cher &uuml;ber Psychologie&#160;&#8211; mache also das Gleiche wie sonst auch, nur mit einem konkreteren Ziel und mittlerweile erkennbaren Fortschritten.</p>
<p>Doch nebenbei mache ich auch gerade mein Praxissemester in K&ouml;ln, einer Stadt, in der es h&auml;ufiger regnet als in London, aber die trotzdem von sich zu &uuml;berzeugen wei&szlig;. Der Job passt, die Wohnung neben der Innenstadt passt, doch leider weilen meine Gedanken h&auml;ufiger in anderen Welten als die Sch&ouml;nheit hier zu genie&szlig;en.</p>
<p>Was gab es noch? Im Sommer war ich in Prag und musste feststellen, dass es meine Seelenstadt ist. Wie kann man das erkl&auml;ren? Diese Stadt ber&uuml;hrt mich wie ein Schmonzetten-Film und passt so gut wie keine andere in meine verwinkelte Welt, ist sogar mittlerweile in meine Tr&auml;ume &uuml;bergegangen. Ach, Prag&#8230;wieso f&uuml;hrst du eine Fernbeziehung mit mir?</p>
<p>So, jetzt habe ich doch einen sch&ouml;nen Rundblick gegeben.</p>
<p>Gr&uuml;&szlig;e aus K&ouml;ln!</p>
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		<title>So still wie Coquerill</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Jun 2009 21:20:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich schreibe nichts, ich schreibe nichts.
Den ganzen Mai nichts Neues von mir. Aber was gibt es gro&#223; zu erz&#228;hlen? Ich studiere. Und das hei&#223;t meistens, ich lerne etwas, wovon ich meist nur terti&#228;r tangiert werde ;). Und das, was mich wirklich interessiert, daf&#252;r bleibt keine Zeit, kein Gedankenraum mehr &#252;brig.
Geschrieben habe ich auch, sehr flei&#223;ig, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich schreibe nichts, ich schreibe nichts.</p>
<p>Den ganzen Mai nichts Neues von mir. Aber was gibt es gro&szlig; zu erz&auml;hlen? Ich studiere. Und das hei&szlig;t meistens, ich lerne etwas, wovon ich meist nur terti&auml;r tangiert werde ;). Und das, was mich wirklich interessiert, daf&uuml;r bleibt keine Zeit, kein Gedankenraum mehr &uuml;brig.</p>
<p>Geschrieben habe ich auch, sehr flei&szlig;ig, doch darf das noch nicht ver&ouml;ffentlicht werden. Insofern: Ihr m&uuml;sst auch lernen mit der Stille zu leben :).</p>
<p>Und ich hatte Geburtstag.</p>
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		<title>Mitf&#252;hlen</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Apr 2009 17:46:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Wer nicht mitf&#252;hlt, liest umsonst.&#8220;
Dieser Satz, zitiert aus einem Buch von Hermann Melville in der FAZ trifft es wirklich auf den Kopf. Wobei, eigentlich ist eine allgemeine Wahrheit. Au&#223;er man liest wie man fernsieht&#160;&#8211; aus Schadenfreude, Spott, purer Ironie. Das k&#246;nnte ich mir bei kitschigen Liebesromanen gut vorstellen. Worte, die unsere Bed&#252;rfnisse auf niedrigster Ebene [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Wer nicht mitf&uuml;hlt, liest umsonst.&#8220;</p>
<p>Dieser Satz, zitiert aus einem Buch von Hermann Melville in der FAZ trifft es wirklich auf den Kopf. Wobei, eigentlich ist eine allgemeine Wahrheit. Au&szlig;er man liest wie man fernsieht&#160;&#8211; aus Schadenfreude, Spott, purer Ironie. Das k&ouml;nnte ich mir bei kitschigen Liebesromanen gut vorstellen. Worte, die unsere Bed&uuml;rfnisse auf niedrigster Ebene bedienen&#160;&#8211; denen wir aber bewusst distanziert mit unserem Geist gegen&uuml;berstehen. Ein netter Zwiespalt des Intellektuellen.</p>
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		<title>Das Museum der gestohlenen Erinnerungen</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Apr 2009 19:15:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Habe mir das Jugendbuch &#8222;Das Museum der gestohlenen Erinnerungen&#8220; von Ralf Isau aus meinem Regal gegriffen, wo es schon eine Weile steht&#160;&#8211; oder besser: h&#228;ngt. Denn die Buchbindung hat die Nerven verloren, die Seiten fallen mehr, als dass man sie noch bl&#228;ttern k&#246;nnte und ich wei&#223;, ich fand das Buch einmal gro&#223;artig, wollte es dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Habe mir das Jugendbuch &#8222;Das Museum der gestohlenen Erinnerungen&#8220; von Ralf Isau aus meinem Regal gegriffen, wo es schon eine Weile steht&#160;&#8211; oder besser: h&auml;ngt. Denn die Buchbindung hat die Nerven verloren, die Seiten fallen mehr, als dass man sie noch bl&auml;ttern k&ouml;nnte und ich wei&szlig;, ich fand das Buch einmal gro&szlig;artig, wollte es dann nocheinmal lesen und fand den Anfang eher schwierig. Also Versuch Nummer zwei.</p>
<p>Charakteristisch:</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Truhe!&#8220;, rief Oliver pl&ouml;tzlich dazwischen, nein, er schrie es geradezu, keuchte, wie er es sonst nur nach einem Zwanzigmeterlauf tat, und starrte seine Schwester mit weit aufgerissenen Augen an.</p></blockquote>
<p>Am&uuml;sant und kurzweilig zu lesen, etwas abgedroschene Metaphern, einige gewollt lustige Vergleiche&#160;&#8211; bildlich nicht sehr gelunden, daf&uuml;r ist die Geschichte au&szlig;ergew&ouml;hnlich. Zack schon 50 Seiten weggelesen. Allgemein Genre: Historisches Fantasy. Jetzt sind nur noch 40 Seiten vor mir von den 666 Seiten umfassenden Werk&#160;&#8211; und es zieeeeeht sich. Meine G&uuml;te. Aber es ist angenehm einfach etwas so zu lesen, es ist wie eine Feierabendserie, vorhersehbare Gef&uuml;hle, nette, erw&uuml;nschte Wendungen, ein paar au&szlig;ergew&ouml;hnliche Schaupl&auml;tze und ein Paar R&auml;tsel (das liebt die Leserin besonders).</p>
<p>Keine Stelle gibt es, die wie bei Anna Karenina nachklingt, wo jeder Satz analysiert werden will, alles glatt an der Zunge liegt und nichts &uuml;bel aufst&ouml;&szlig;t oder aus dem Charakter f&auml;llt&#160;&#8211; ma&szlig;geschneiderte Geschichtsstr&auml;nge. Doch zur Abwechslung dieses Jugendbuch, das nur unterhalten will, dazwischen noch etwas Nazi-Mahnung und historisches Allerlei reinwirft, ist entspannend&#160;&#8211; vielleicht weil man wirklich nicht nachdenken muss. Wieso auch? Dann regt man sich nur &uuml;ber die vielen logischen L&uuml;cken auf.</p>
<p>Eine Stelle habe ich mir jedoch gemerkt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Wer da handelt, der hat gew&ouml;hnlich den Gewinn; wer alles &uuml;berleget und zaudert, der nicht leicht.&#8220; <em>- Herodot</em></p></blockquote>
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		<title>Anna Karenina (259&#160;&#8211; 317)</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 15:30:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Kleiner Nachtrag von zwei Seiten zuvor: eine Stelle, die ich ausversehen &#252;bersehen habe, und doch zu schade ist, um zwischen den tausend Seiten unterzugehen:
&#8222;Lewin machte ein finsteres Gesicht. Das Gef&#252;hl der Kr&#228;nkung &#252;ber die Abweisung, die ihm zuteil geworden war, brannte wie eine frische, eben erst empfangene Wunde in seinem Herzen. Aber er war in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kleiner Nachtrag von zwei Seiten zuvor: eine Stelle, die ich ausversehen &uuml;bersehen habe, und doch zu schade ist, um zwischen den tausend Seiten unterzugehen:</p>
<blockquote><p>&#8222;Lewin machte ein finsteres Gesicht. Das Gef&uuml;hl der Kr&auml;nkung &uuml;ber die Abweisung, die ihm zuteil geworden war, brannte wie eine frische, eben erst empfangene Wunde in seinem Herzen. Aber er war in seinem Haus, und zu Hause helfen einem sogar die W&auml;nde.&#8220; (S.&#160;257)</p></blockquote>
<p>Mir ist aufgefallen, dass mir die Randfigur Lewin am interessantesten erscheint&#160;&#8211; vielleicht deswegen, weil sich Tolstoj selbst mit ihm identifizierte. Die Hauptgeschichte um die Karenina hingegen steigert sich ja mehr und mehr ins Tragische&#160;&#8211; gottseidank ohne unangenehm zu werden oder herzzerbrechend (dann kann ich n&auml;mlich auch nicht mehr weiterlesen), doch ich freue mich immer auf den Perspektivenwechsel &uuml;ber zur Nebenhandlung. War sicher nicht so intendiert vom Autor. Weiteres Manko der Hauptgeschichte: Der Liebhaber hat eine Glatze! Seit 200 Seiten beschreiben sie ihn als Sch&ouml;nling und dann zack! wird es mal so am Rande erw&auml;hnt, dass er bald keine Haare mehr auf dem Kopf hat. Ja, so stelle ich mir einen &uuml;beriridisch verf&uuml;hrerischen Mann vor, f&uuml;r den ich alles aufgebe. Darin zeigt sich nochmal der Aspekt von oben: Vielleicht ist einem Lewin sympathischer, weil er detaillierter und menschlicher beschrieben wird. Eigentlich wird kaum aus der Perspektive Anna Kareninas erz&auml;hlt, die Geschichte ist zentraler, weil tragischer, aber die Details sind sp&auml;rlich. Es werden nur ein paar Liebesdialoge wiedergegeben, bei Lewin die Umst&auml;nde seiner Liebe. Ergo Lewin ist unser menschlicher Ankerpunkt, unser Begleiter durch das Buch, w&auml;hrend hingegen Anna Karenina und ihr Geliebter plus Staffage mehr wie eine geschm&uuml;ckte Moralfrage daherkommen. Man darf bei jedem mal in die Gedanken hineinschauen, urteilen darf&#160;&#8211; muss? man selber.</p>
<blockquote><p>&#8222;Er wollte nicht sehen und sah wirklich nicht, dass schon viele in der Gesellschaft seine Frau schief anblickten; er wollte nicht verstehen und verstand nicht, warum seine Frau durchaus nach Zarskoe Selo &uuml;bersiedeln wollte. Er gestattete sich nicht, dar&uuml;ber nachzudenken, und dachte auch nicht dar&uuml;ber nach; aber obwohl er es sich nie eingestand und nicht nur keinerlei Beweise, sondern auch keine Verdachtsmomente hatte, wusste er doch ganz genau, dass er ein betrogener Ehemann war, und war tief ungl&uuml;cklich dar&uuml;ber.&#8220; (S.301)</p></blockquote>
<p>Sch&ouml;ne stilistische Stelle. Sorge mich, dass das Buch sich thematisch zu sehr in Richtung Effi Briest entwickelt. Habe das Buch wirklich gehasst. Aber die Personen in diesem Buch sind wenigstens respektierbar und verst&auml;ndlich in ihren Handlungen. Und welch ein Vergn&uuml;gen aus der Hand Tolstojs zu lesen!</p>
<blockquote><p>Als das Hindernisrennen &uuml;ber vier Werst begann, beugte sie sich vor und sah unverwandt auf Wronskij, der zu seinem Pferd ging und aufsa&szlig;, und gleichzeitig h&ouml;rte sie die widerw&auml;rtige, nicht verstummende Stimme ihres Mannes. Die Angst um Wronskij qu&auml;lte sie; aber noch mehr qu&auml;lte sie die hohe Stimme ihres Mannes mit dem ihr so wohlbekannten Tonfall, und ihr schien, als wolle diese Stimme &uuml;berhaupt nicht mehr verstummen.&#8220; (S.&#160;310)</p></blockquote>
<p>H&ouml;hepunkt erreicht. Sprachlos. Muss mich erst beruhigen und dann noch einmal lesen. Grandios. Mein Herz.</p>
<p>Ende Seite 317.</p>
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		<title>Anna Karenina (221&#8211;259)</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 10:33:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit einem schmerzenden R&#252;cken liest es sich nicht gut und konzentriert&#160;&#8211; darum habe ich jetzt eine Weile mit der Lekt&#252;re pausiert. Mittlerweile halte ich es wieder in meinem liebgewordenen Ledersesselchen aus, daher hier die fortlaufenden Notizen zu Anna Karenina, meinem Sprachquell, meinem Psychologiebuch, meiner Bildfreude.
&#8222;In alle Einzelheiten deiner Gef&#252;hle einzudringen, habe ich kein Recht, ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit einem schmerzenden R&uuml;cken liest es sich nicht gut und konzentriert&#160;&#8211; darum habe ich jetzt eine Weile mit der Lekt&uuml;re pausiert. Mittlerweile halte ich es wieder in meinem liebgewordenen Ledersesselchen aus, daher hier die fortlaufenden Notizen zu Anna Karenina, meinem Sprachquell, meinem Psychologiebuch, meiner Bildfreude.</p>
<blockquote><p>&#8222;In alle Einzelheiten deiner Gef&uuml;hle einzudringen, habe ich kein Recht, ich halte das auch f&uuml;r nutzlos und sogar sch&auml;dlich&#8220;, sagte Alexej Alexandrowitsch. &#8222;Wenn wir in unserer Seele w&uuml;hlen, kommen oft Dinge zum Vorschein, die besser unbemerkt liegen bleiben sollten. Deine Gef&uuml;hle, das ist etwas, das nur dein Gewissen angeht; ich aber bin vor dir, vor mir selbst und vor Gott verpflichtet, dich auf deine Pflichten hinzuweisen. [...] Ich wiederhole: Es ist sehr leicht m&ouml;glich, dass meine Worte dir v&ouml;llig &uuml;berfl&uuml;ssig und unangebracht erscheinen, vielleicht sind sie nur durch einen Irrtum meinerseits veranlasst. In diesem Fall bitte ich dich um Entschuldigung. Aber wenn du selbst so f&uuml;hlst, dass auch nur der geringste Grund vorhanden ist, so bitte ich dich, dar&uuml;ber nachzudenken und, wenn dich dein Herz dazu treibt, mir zu sagen&#160;&#8230;&#8220; (S.&#160;220)</p></blockquote>
<p>Mit dieser Stelle hatte ich eigentlich aufgeh&ouml;rt, der versuchten Kl&auml;rung zwischen Anna Karenina und ihrem Mann. Am Anfang der Stelle f&auml;llt der sachlich-betonte Sprechstil des Mannes auf, wohl zur&uuml;ckzuf&uuml;hren auch auf seine Arbeit als Beamter. Redewendungen wie &#8222;bin verpflichtet, dich darauf hinzuweisen&#8220;, &#8222;ich wiederhole:&#8220; und &#8222;durch einen Irrtum veranlasst&#8220; verdeutlichen diese beamtliche Distanz, die er auch in der Beziehung pflegt. Die Ansicht, dass ihn ihre Gef&uuml;hle nichts angehen, nur ihre Entscheidungen, finde ich ebenfalls beachtenswert. Sind Gef&uuml;hle nicht die ma&szlig;gebliche Grundlage f&uuml;r Entscheidungen? Gef&uuml;hle kann man noch wenden, Entscheidungen nicht. Insofern&#160;&#8230; andererseits erspart man sich dadurch die belastende Vermutung &uuml;ber den n&auml;chsten Schritt des Gegen&uuml;bers. Doch am Ende seiner kleinen Vernunftrede kommt es mir so vor, als verliere sich Alexej in einer verzweifelten Bitte. Mit jedem Komma im letzten Satz, mit jedem Einschub scheint er sich mehr emotional zu offenbaren&#160;&#8211; und bricht an der Spitze der Gef&uuml;hle ab. L&auml;sst das Eigentliche ungesagt. Obwohl eigentlich hat er ja seine Vermutung bereits mitgeteilt, doch was f&uuml;r Welten liegen zwischen einer sachlichen Vermutung und einer leidenschaftlichen Bitte&#160;&#8211; vielleicht diese eine Nuance mehr Empathie, die Anna Karenina zum Zuh&ouml;ren und &Uuml;berdenken verleiten k&ouml;nnten.</p>
<p>Eine weitere Stelle, die durch ihre Metapher ins Auge f&auml;llt:</p>
<blockquote><p>Und er f&uuml;hlte, was ein M&ouml;rder f&uuml;hlen muss, wenn er den K&ouml;rper anblickt, den er des Lebens beraubt hat. Dieser Leichnam, dem er das Leben geraubt hatte, war ihre Liebe, die erste Periode ihrer Liebe. Es war etwas Entsetzliches und Absto&szlig;endes in der Erinnerung an das, was mit diesem entsetzlichen Preis der Schande erkauft war. [...] Aber trotz seines Entsetzens vor dem Leichnam des Ermordeten muss der M&ouml;rder diesen Leichnam zerst&uuml;ckeln und verstecken und muss sich zunutze machen, was er durch seinen Mord gewonnen hat.</p>
<p>(Und wie sich der M&ouml;rder mit Erbitterung, mit Leidenschaft auf diesen Leichnam st&uuml;rzt, so bedeckte er ihr Gesicht und ihre Schultern mit K&uuml;ssen.) (S.&#160;223)</p></blockquote>
<p>Der Vergleich zwischen Aff&auml;re und Mord ist zwar sehr gewagt, aber unbestreitbar kraftvoll. Besonders das Wort &#8222;zerst&uuml;ckeln&#8220;, die Vorstellung, seine Geliebte symbolisch zu zerst&uuml;ckeln, was f&uuml;r ein Bild.</p>
<blockquote><p>[...] Und darum wollte sie nicht davon sprechen, es nicht durch ungenaue Worte banal machen. (S.&#160;224)</p></blockquote>
<p>Ein paar Seiten nach diesem Satz, bildet sich in mir der Gedanke, dass Tolstoj allgemein Gef&uuml;hle nie banal dastehen l&auml;sst. Nackt und l&auml;cherlich wie sie meistens zu finden sind. Nein, Tolstoj kleidet sie in die richtige Zeit, in die richtige Beobachtung ein und so gewinnen sie ihre Berechtigung, ihre W&uuml;rde zur&uuml;ck.</p>
<p>Eine Wetterpassage</p>
<blockquote><p>Der Fr&uuml;hling kam langsam. Die letzten Fastenwochen hatten klares Frostwetter gebracht. Bei Tag taute es in der Sonne, aber in der Nacht sank das Thermometer auf sieben Grad unter Null; die Eiskruste auf dem Schnee war so stark, dass die Lastfuhren dar&uuml;ber hinwegfuhren, ohne sich an den Weg zu halten. An Ostern lag noch &uuml;berall Schnee. Am zweiten Feiertag begann pl&ouml;tzlich ein warmer Wind zu wehen, dunkle Wolken zogen auf, und drei Tage und drei N&auml;chte str&ouml;mte ein st&uuml;rmischer, warmer Regen. Am Donnerstag legte sich der Wind, und dichter, grauer Nebel steig auf, als wollte er das Geheimnis der Wandlung verh&uuml;llen, die sich in der Natur vollzog. Im Nebel fingen die Wasser an zu str&ouml;men, die Eisschollen krachten und setzen sich in Bewegung, immer schneller str&ouml;mten die tr&uuml;ben sch&auml;umenden Fl&uuml;sse, und am Sonntag nach Ostern zerriss gegen Abend der Nebel, das dunkle Gew&ouml;lk l&ouml;ste sich in wei&szlig;e L&auml;mmerw&ouml;lkchen auf, der Himmel wurde klar, und nun kam der wirkliche Fr&uuml;hling.</p></blockquote>
<p>Man f&uuml;hlt die einsetzende Bewegung, das Aufbrechen. Bei den genauen Zeitangaben glaube ich immer Tolstoj am Fenster sitzen zu sehen, das Wetter protokollierend.</p>
<blockquote><p>W&auml;hrend sie miteinander sprachen, spitzte Laska die Ohren, blickte auf den Himmel und warf den beiden einen vorwurfsvollen Blich zu.</p>
<p>&#8218;Jetzt ist&#8217;s gerade Zeit zum Schwatzen!&#8216; dachte sie. &#8218;Da fliegt eine&#160;&#8230; Ja, da ist sie&#160;&#8230; Die verpassen sie.&#8216; (S.247)</p></blockquote>
<p>Ja, und auch der Hund hat bei Tolstoj so seine Gedanken. H&auml;tte ich nicht gedacht.</p>
<p>So viel zu diesem Abschnitt, ein paar Stellen habe ich jetzt ausgelassen, es wird sonst einfach zu qu&auml;lend lang.</p>
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		<item>
		<title>Was man tun sollte und was man tats&#228;chlich dann tut</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Apr 2009 17:05:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin ja jetzt zum Feedreader geworden im wortw&#246;rtlichen Sinn. Nachteil ist, man &#246;ffnet all die Artikel, die sich interessant anh&#246;ren mit dem festen Vorsatz sie sp&#228;ter einmal zu lesen. Mit h&#246;chster Konzentration und idealer Weiterverarbeitung der Information. Fakt ist, mittlerweile habe ich mir Google Chrome nur f&#252;r zu lesende Artikel installiert, da ich sonst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ja jetzt zum Feedreader geworden im wortw&ouml;rtlichen Sinn. Nachteil ist, man &ouml;ffnet all die Artikel, die sich interessant anh&ouml;ren mit dem festen Vorsatz sie sp&auml;ter einmal zu lesen. Mit h&ouml;chster Konzentration und idealer Weiterverarbeitung der Information. Fakt ist, mittlerweile habe ich mir Google Chrome nur f&uuml;r zu lesende Artikel installiert, da ich sonst 6 Tableisten in meinem Firefox offen h&auml;tte (ja, ich wei&szlig;, Zahlen unter 12 oder so soll man ausschreiben, aber ich bin der Meinung, dass dann die Zahlen nicht mehr so beeindruckend &uuml;ber den Text herausragen. Ich habe 12 Eier gegessen. Oder ich habe zw&ouml;lf Eier gegessen. Na, was h&ouml;rt sich beeindruckender an?). Noch schlimmer ist, wenn man die Artikel liest und gute Gedanken dazu hat oder ihn so gut findet, dass man ihn nicht schlie&szlig;en und damit verlieren will. Darum poste ich jetzt einfach hier einige der besten Artikel, in der Hoffnung, dass ich sie sp&auml;ter hier auch wieder finde&#160;&#8211; sollte ich sie jemals suchen.</p>
<p>Sehr unterhaltsam ist zum Beispiel das <a href="http://szenesprachenwiki.de/" target="_blank">Szenensprachenwiki</a>, das Duden gestartet hat. Hier kann jeder W&ouml;rter aus der Umgangssprache, die es bis jetzt noch nicht in den Duden geschafft haben, eintragen. Meist haben sie das nicht aus guten Gr&uuml;nden&#160;&#8211; aber daf&uuml;r soll ja jetzt extra ein Szenesprachlicher Duden herausgegeben werden. Am Besten sind die Diskussionen rund zu der Wortbedeutung. Au&szlig;erdem versteht man dann auch wieder mehr, wenn man mit seiner kleinen Schwester kommuniziert (bewusst offen formuliert).</p>
<p>N&auml;chster Lieblingstab ist der Artikel von Max Scharnigg von jetzt.de &uuml;ber das &#8222;<a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/470691/1/1#texttitel" target="_blank">Klumsche Paradoxon</a>&#8222;. Als nicht vom Modeltraum befallenes M&auml;del, dass die Sendung &#8222;Topmodel&#8220; trotzdem gerne schaut &#8211;&#160;also als direkt Betroffene&#160;&#8211; finde ich seine Gedanken zur seltsamen Faszination, die davon ausgeht, sowohl nachvollziehbar, als auch am&uuml;sant zu lesen. Scheint wohl auch heimlich zu schauen.</p>
<p>Hm, wie ich so den Rest meiner Tabs durchschaue, bemerke ich, dass ich da wohl nicht mehr viel mit dem geneigten Leser teilen kann. Wordpresstuner-Tipps, Schriftstellerbiographien, Motivationsanleitungen und tausend Fundst&uuml;cke, an denen mich meist nur ein Satz fasziniert und eine Idee festhalten soll.</p>
<p>Ich habe mir &uuml;berlegt den Header f&uuml;r meinen Blog selbst zu zeichnen. Dann h&auml;tte ich mal wieder einen Anlass mich an den Zeichenblock zu setzen&#160;&#8211; allerdings sch&uuml;chtert mich der Technikaspekt doch ziemlich ein. Vielleicht mache ich es, wenn mir dieses Apfelmotiv, das ich momentan trage, noch weiter auf den Geist geht. So in etwa&#160;&#8211; <a href="http://www.jrvelasco.com/" target="_blank">wie Jesus R. Velasco es so sch&ouml;n vorgemacht hat</a>&#160;&#8211; k&ouml;nnte ich es mir auch hier vorstellen. Die Frage ist nur, ob ich vor lauter Gestaltung nicht den eigentlichen Zweck des Blogs, n&auml;mlich regelm&auml;&szlig;ig zu schreiben, vernachl&auml;ssige. Mehr oder weniger bewusst vernachl&auml;ssige. Ich habe das Gef&uuml;hl, Arbeitsvermeidung geht manchmal seltsame Wege&#160;&#8211; die meist noch mehr Arbeit verursachen.</p>
<p>Letzte Idee des Tages: Obwohl ich heute nach langer Zeit wieder joggen war und einen unglaublich gesunden Apfel und zwei unglaublich gesunde Sandwichs mit allem m&ouml;glichen Gr&uuml;nzeugs hatte, l&auml;sst mich die Idee eines Yogurette-Kuchens nicht los. Ich glaube, ich werde mit der Erfindung des Yogurette-Kuchens in die Unsterblichkeit eingehen. Die missgl&uuml;ckten Versuche kann ich ja essen.</p>
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		<title>Wirbelnd und minderberechtigt</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 23:31:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Hin und her fallen sie, meine Gedanken. Soeben noch tief versunken in literarischen Betrachtungen, die ich f&#252;r immer fortsetzen wollte, jetzt umherwirbelnd in Farben und Linien, obwohl ich mir doch geschworen habe, der Kunst als reine Illustration f&#252;rs erste zu enthalten&#160;&#8211; sie sozusagen nur als Endschliff einzusetzen. Doch was st&#246;rt&#8217;s meine Gedanken? Ich kann kein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hin und her fallen sie, meine Gedanken. Soeben noch tief versunken in literarischen Betrachtungen, die ich f&uuml;r immer fortsetzen wollte, jetzt umherwirbelnd in Farben und Linien, obwohl ich mir doch geschworen habe, der Kunst als reine Illustration f&uuml;rs erste zu enthalten&#160;&#8211; sie sozusagen nur als Endschliff einzusetzen. Doch was st&ouml;rt&#8217;s meine Gedanken? Ich kann kein Buch mehr in die Hand nehmen und denke nur noch in Bildern. Fange ich an mit Zeichnen und Entwicklen, dr&auml;ngt es mich zur&uuml;ck zum Schreiben.</p>
<p>Man f&uuml;hlt sich wie ein Minderberechtigter im Abstimmungsprozess. &#8222;Wer ist f&uuml;r einen Kochflash?&#8220; zack, sind alle H&auml;nde oben, ein Teil erstellt schon die Rezeptliste, der n&auml;chste schnuppert schon dem Mahl vor und ich? Lasse resigniert das Buch niedersinken, bette ein Lesezeichen zwischen die Seiten und frage mich, wann ich wohl wieder zu ihm zur&uuml;ckkehren werde. Denn fr&uuml;her oder sp&auml;ter kommt die Idee, der Anfall, der mich alles fallen lassen l&auml;sst mit eine grandiosen Idee&#160;&#8211; und ich schw&ouml;re: w&auml;re diese Idee nicht grandios, dann w&uuml;rde ich auf das System Durchhalten setzen. Doch mein Hirn scheint das Eichh&ouml;rnchen-System zu m&ouml;gen: Busch entdecken, einmal rundherum huschen, hastiges Loch buddeln, Nuss reinschmei&szlig;en, alles wieder dr&uuml;ber und nix wie weg. Und alles was ich tun kann, ist vertrauen, dass sich die ganzen Bruchst&uuml;cke irgendwann zu einem Gesamtbild zusammensetzen lassen, das im Einklang ist. Wie das geschehen soll, ist mir schleierhaft, aber das ist ja die Art und Weise, wie ich manche Dinge momentan erledige, auch.</p>
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		<title>Nichts ist realer als ein Traum</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 19:26:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nicht kategorisiert]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Meine Tr&#228;ume&#160;&#8211; was w&#228;re ich nur ohne sie?
Oft w&#228;lze und kaue ich wochenlang auf einer Frage herum.
Wie finde ich es? Wie stehe ich dazu? Wie soll es weitergehen?
Ich finde einfach nicht das passende Gef&#252;hl, das einrastet. Die Frage kommt immer und immer wieder hoch, weil ich keine Antwort finde. Und dann kommt ein Traum, in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Meine Tr&auml;ume&#160;&#8211; was w&auml;re ich nur ohne sie?<br />
Oft w&auml;lze und kaue ich wochenlang auf einer Frage herum.<br />
Wie finde ich es? Wie stehe ich dazu? Wie soll es weitergehen?<br />
Ich finde einfach nicht das passende Gef&uuml;hl, das einrastet. Die Frage kommt immer und immer wieder hoch, weil ich keine Antwort finde. Und dann kommt ein Traum, in seiner Entstellung direkter als alles andere. Die Welt im Traum sieht nicht so aus, wie du dich mit ihr arrangiert hast. Alles ist, wie du es immer verdr&auml;ngen wolltest&#160;&#8211; dank positiven Denkens, Meditationen, Erfolg, Liebe und Ansehen. Doch es bricht alles durch und mit ihm die Antwort: ein &uuml;berw&auml;ltigendes Gef&uuml;hl, das dich so wunderbar erg&auml;nzt und dich doch wieder so herausrei&szlig;t aus deinen Ansichten.</p>
<p>Der ganze Tag ist dann versunken, wertlos, angesichts dessen, was du in dir gesehen hast.<br />
Wird das Erblickte jedoch nicht &uuml;bersetzt, ausformuliert, verlischt die Erinnerung und die L&ouml;sung.&#8220;</p>
<p>Geschrieben habe ich das im Oktober letzten Jahres. Damals erschien es mir als zu emotional und ich habe es in der Entwurfskiste liegen lassen. Doch momentan f&uuml;hle ich wieder dasselbe&#160;&#8211; diese behrerrschende Kraft. </p>
<p>Wie unangenehm tief Tr&auml;ume gehen.</p>
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		<title>&#8222;Rot ist mein Name&#8220;</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Mar 2009 17:16:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Ein Toter bin ich nun, eine Leiche auf dem Grund eines Brunnens. Schon l&#228;ngst tat ich meinen letzten Atemzug, schlug mein Herz ein letztes Mal, doch niemand wei&#223;, was mir geschah, nur mein ruchloser M&#246;rder. Der aber, widerlicher Schuft, hat auf meinen Atem gehorcht und mir den Puls gef&#252;hlt, um sicherzugehen, dass ich wirklich tot [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8222;Ein Toter bin ich nun, eine Leiche auf dem Grund eines Brunnens. Schon l&auml;ngst tat ich meinen letzten Atemzug, schlug mein Herz ein letztes Mal, doch niemand wei&szlig;, was mir geschah, nur mein ruchloser M&ouml;rder. Der aber, widerlicher Schuft, hat auf meinen Atem gehorcht und mir den Puls gef&uuml;hlt, um sicherzugehen, dass ich wirklich tot war, dann hat er mir einen Tritt in die Weiche versetzt, mich zum Brunnen geschleppt, hochgezerrt und hineinfallen lassen. Mein Sch&auml;del, eingeschlagen von einem Stein, wurde beim Sturz in den Brunnen g&auml;nzlich zertr&uuml;mmert, meine Strin, meine Wangen wurden zerdr&uuml;ckt und waren hin, meine Knochen brachen, mein Mund f&uuml;llte sich mit Blut.&#8220;</p></blockquote>
<p>Erster Absatz aus dem Buch &#8222;Rot ist mein Name&#8220; von Orhan Pamuk. Nobelpreistr&auml;ger 2006 nebenbei. Dachte, ich sollte mal was von ihm gelesen haben. Noch zumal es in diesem Buch um Instanbul und die Kunst der Buchillustration geht. Mich interessiert besonders der Aspekt, wie Kunst in der Literatur beschrieben, allgemein behandelt wird. Aber vielleicht kommen auch ein paar Techniken von damals zu Tage, was ebenfalls den Kauf rechtfertigen w&uuml;rde. Neben dem Stil nat&uuml;rlich.</p>
<p>Tageszustand und Leseimpuls: Wenn man einfach nichts hinbekommt und der Tag einem quer im Magen liegt, man aber verr&uuml;ckt wird vom Nichtstun, dann hilft vielleicht lesen.</p>
<p>Gedanken zum ersten Kapitel: Nicht besonders anschaulich beschriebene Zust&auml;nde, beispielsweise hatte der Protagonist ein &#8222;weites Gef&uuml;hl&#8220;; wirklich erkl&auml;ren oder es den Leser f&uuml;hlen lassen, kann er es nicht. Der Einstieg ist ein Appell des Get&ouml;teten, seinen M&ouml;rder zu finden und zu bestrafen und ein wenig Lamento dar&uuml;ber, dass er nicht gerade weich gebettet ist und sich selbst beim Verfaulen zuschauen muss.</p>
<p>Gute Idee dahinter: Der Leser hat sogleich selbst ein emotionales Interesse an der Kl&auml;rung des Mordfalls und will interessiert weiterlesen und &#8222;helfen&#8220;. Als Nachteil empfinde ich die Sicht des Ermordeten, die irgendwie&#160;&#8230; unpassend ist. Also nicht die Tatsache, dass ein Ermordeter spricht, sondern seine Sichtweise. Vielleicht wegen dem Kulturkreis, doch die Art und Weise wie &uuml;ber Tod und Familie geredet wird ist gew&ouml;hnungsbed&uuml;rftig, k&uuml;hl, seltsam gespielt lamentierend &uuml;ber das Seelenheil und doch distanziert. Der Leser wird &uuml;brigens direkt angesprochen &#8222;ihr wollt sicher wissen&#8230;&#8220; was die Einbindung des Lesers in das Buch nat&uuml;rlich dar&uuml;ber hinaus erleichtert.</p>
<p>Kapitel&uuml;berschriften sind auch interessant: &#8222;1. Ich bin tot&#8220;; &#8222;2. Mein Name ist Kara&#8220;. Sehr simpel und direkt. Gef&auml;llt mir. Kurze Kapitel von durchschnittlich sieben Seiten. &Uuml;brigens am Anfang gibt es auch ein Inhaltsverzeichnis &uuml;ber die Kapitel, was selten ist, aber ich deswegen umso mehr sch&auml;tze. Zum Inhaltsverzeichnis ist noch mehr zu sagen&#160;&#8211; das allerdings, das n&auml;chste Mal.</p>
<p>&Auml;rgerlich, dass ich kein Buch mehr zur Entspannung lesen kann. Ist sowieso lang her. Jetzt kommt mir das fl&uuml;chtige Lesen der geschichtlichen Entwicklung wegen wie eine Missachtung des Buches vor. Ich muss einfach kurz reflektieren wie geschrieben wird, warum, und wie ich das Ganze aufnehme. Und wenn ich dar&uuml;ber nachdenke, lese ich es meist nochmals durch, f&uuml;hle dem Klang nach, gr&uuml;ble &uuml;ber die Wort&#8209; und Personenwahl und &auml;rgere mich dar&uuml;ber, dass ich nicht sorglos weiterlesen kann und dass ich, wenn ich sorglos weiterlesen w&uuml;rde, doch die ganze Zeit nur &uuml;ber das vorherige Kapitel nachdenken w&uuml;rde und dass ich es mir gerne genauer ansehen w&uuml;rde, um mein Gef&uuml;hl zu konkretisieren. Eine H&ouml;lle, das Lesen ;).</p>
<p>Jetzt schenke ich dem Buch die Aufmerksamkeit, die es verdient, doch wo ist meine Erholung geblieben?</p>
<p>Achja, noch ein Gedanke zum Buch: Begriffsdefinition am Ende w&auml;re hilfreich gewesen.</p>
<p>So, und jetzt besauf ich mich ordentlich mit Schokolade. Oder arbeite weiter. Aber ersteres h&ouml;rt sich wilder an :).</p>
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