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	<title>Elysisch &#187; Bücher</title>
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	<description>Die Welt mit anderen Worten sehen.</description>
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		<title>Reportage</title>
		<link>http://elysisch.com/2008/04/reportage/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Apr 2008 11:16:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschlossene Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Schleichen ums Buchregal
Warum eine Buchhandlung der beste Ort ist, um zu beobachten, wie die Gesellschaft wirklich mit Sex umgeht.

In tiefer Konzentration bl&#228;ttert sie zur n&#228;chsten Seite und liest weiter. Pl&#246;tzlich sp&#252;rt sie eine Bewegung. Hastig klappt sie das Buch zu, schiebt es unauff&#228;llig unter den gro&#223;en Stapel Kochb&#252;cher und schaut auf. Eine Buchh&#228;ndlerin l&#228;uft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><strong><span>Das Schleichen ums Buchregal</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span><span style="font-style:italic;">Warum eine Buchhandlung der beste Ort ist, um zu beobachten, wie die Gesellschaft wirklich mit Sex umgeht.</span><br />
</span></p>
<p><span>In tiefer Konzentration bl&auml;ttert sie zur n&auml;chsten Seite und liest weiter. Pl&ouml;tzlich sp&uuml;rt sie eine Bewegung. Hastig klappt sie das Buch zu, schiebt es unauff&auml;llig unter den gro&szlig;en Stapel Kochb&uuml;cher und schaut auf. Eine Buchh&auml;ndlerin l&auml;uft an ihr vorbei.</span></p>
<p>Sex gilt in unserer Gesellschaft als ein offenes Thema. Es ist v&ouml;llig normal Sex zu haben, und v&ouml;llig normal, dass das jeder von uns wei&szlig;. Sogar der Buchh&auml;ndler. Zwischen den Buchregalen entdeckt man jedoch Spuren, die ein anderes Bild von uns zeichnen.</p>
<p><span>Das versteckte Buch vom Anfang ist eines von vielen Sexratgebern. Mit Titeln wie &bdquo;Orgasmus XXL&#8220;, &bdquo;Millionen Frauen warten auf dich&#8220; oder &bdquo;Die perfekte Liebhaberin&#8220; findet man sie entweder in der Abteilung Partnerschaft oder Wellness, wo sie mitunter die H&auml;lfte des Buchbestandes ausmachen. Erotik schreibt keiner auf die gro&szlig;en Leitschilder. Auch auf Augenh&ouml;he findet man solche B&uuml;cher nicht. Die Buchtitel wecken die Neugier, doch das riesige Format und das eindeutige Layout scheinen die Blicke der gesamten Buchhandlung auf sich zu ziehen. Vor allem, da in den modernen Buchhandlungen das Konzept des totalen Durchblicks praktiziert wird. Vorbei sind die Zeiten, als man eben mal unauff&auml;llig st&ouml;bern konnte. In den neuen Buchhandlungen soll man die Weite des freien Geistes sp&uuml;ren. Die verglaste Verkaufsfront erlaubt einen Blick bis in die letzte Ecke. Doch daf&uuml;r bietet die freundlich moderne Buchhandlung runde Sitzgruppen, die von allen Seiten gut einsehbar sind. Meistens sitzt eine Beraterin sogar in der N&auml;he.</span><br />
<span style="font-size:11pt;"><br />
<strong>Das Eichh&ouml;rnchenprinzip</strong><br />
</span><span>Kein Wunder also, dass Erotikb&uuml;cher von weniger freiz&uuml;gigen Lesern immer wieder in andere Abteilungen verschleppt und dort untergeschoben werden. Eine Art Eichh&ouml;rchnchenprinzip, dass eine Buchh&auml;ndlerin besonders verzweifeln l&auml;sst. &#8222;Die Kunden stecken die B&uuml;cher einfach an anderer Stelle ganz hinten rein.&#8220; Im Gegensatz zu den meisten B&uuml;chern, die ganz offen an die falsche Stelle gelegt werden. Deswegen &uuml;berpr&uuml;ft Sie t&auml;glich ihre Abteilung, um die verirrten B&uuml;cher wieder einzusammeln. Man kann nur mutma&szlig;en, wie es zu solch einer Situation kommt: Gelangweilte Ehem&auml;nner auf dem Weg zur Sportabteilung? Sprachstudenten, die die ruhige W&ouml;rterbuchabteilung dem ungesch&uuml;tzten Erotikregal vorziehen? </span></p>
<p><span>Ganz offen dagegen scheint die j&uuml;ngere Generation mit Sex umzugehen. &bdquo;Vor der Abteilung gibt es &ouml;fters Ansammlungen von Jugendlichen, die sich gut h&ouml;rbar einander aus den B&uuml;chern vorlesen und dann mit den eigenen Erfahrungen vergleichen&#8220; erz&auml;hlt eine Buchh&auml;ndlerin. Gut zu sehen ist dabei, wie sie den Mund absch&auml;tzig verzieht. Ob es mehr das Thema oder die Lautst&auml;rke ist, das sie st&ouml;rt? &bdquo;Allgemein ist die Erotikabteilung gut frequentiert&#8220; best&auml;tigt eine andere Buchh&auml;ndlerin. Sie habe den Eindruck, dass besonders Jugendliche, die gerade ihre ersten Erfahrungen mit der Sexualit&auml;t machten, dort anzutreffen w&auml;ren. Den Anteil sch&auml;tzt sie auf 70 Prozent. Gerade den J&uuml;ngeren werden die meisten Sexualratgeber verkauft. Sicher ist Interesse da, aber auch die Tatsache, dass man in allen Internetbuchhandlungen erst bestellen darf, wenn man vollj&auml;hrig ist, spielt eine Rolle.</span></p>
<p><strong><span>Nur nicht in die Augen schauen!</span></strong><span><br />
In einer Darmst&auml;dter Buchhandlung steht eine B&uuml;cherinsel mit Erotikratgebern mitten im Gang. Jedem Taschenbuch stehen die Seiten ab. Ein Buch &uuml;ber Sex wird im Durchschnitt wesentlich &ouml;fter durchgebl&auml;ttert als jedes andere Buch. Eine ganz andere Sache dagegen ist, sich sozusagen noch einmal &ouml;ffentlich zu seinem Interesse an &bdquo;Supersex&#8220; zu bekennen. Die Rede ist vom Kaufen. Eine Buchh&auml;ndlerin aus Ludwigsburg erz&auml;hlt: &bdquo;Gerade &auml;ltere M&auml;nner sieht man oft auf der Couch sitzen und das halbe Buch durchlesen.&#8220; In anderen Buchhandlungen wird diese Aussage best&auml;tigt. &Auml;ltere M&auml;nner zeigen sich zwar sehr interessiert am Sortiment, tauchen jedoch selten mit dem Buch vor der Kasse auf.</span></p>
<p><span>Beim Kauf kann man einige verbreitete Verhaltensstrategien beobachten: Das verwickelnde Gespr&auml;ch, das umgedrehte Buch, um das auff&auml;llige Cover zu verbergen und den Klassiker, den jeder vom Kondomkauf kennt: Die &#8218;Unter Todesstrafe der Verk&auml;uferin nicht in die Augen schauen&#8216;-Taktik. Zwei Buchh&auml;ndlerinnen erinnern sich noch sehr deutlich an ein 14j&auml;hriges M&auml;dchen: &#8222;Sie lief schnell auf die Kasse zu, schmiss das Buch auf den Tisch und drehte sich sofort weg.&#8220; Beleibe nicht alle verwenden so viele Gedanken auf den simplen Akt des Buchkaufs. Aber vor allen den M&auml;dchen ist es peinlich. Dabei schreibt Schriftstellerehepaar Bodansky in ihrem Buch &#8222;Orgasmus XXL&#8220;: &#8222;Wir k&ouml;nnen uns kein vergn&uuml;glicheres Thema vorstellen&#8220;.</span></p>
<p><span>Ob nun eine Buchhandlung der beste Ort ist, um zu beobachten, wie die Gesellschaft wirklich mit Sex umgeht, sei dahingestellt.<br />
Sollte es aber so sein, so bin ich froh, dass man immer wieder auch jugendliche P&auml;rchen sieht, die aneinandergeschmiegt auf der Couch sitzen und sich gegenseitig Tipps aus den Erotikb&uuml;chern vorlesen. </span></p>
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		<title>Karfunkel und Furunkel</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jan 2008 20:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschlossene Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Erfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Etymologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
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		<description><![CDATA[ Ich liebe die Etymologie (= Wortherkunft) wegen der Geschichte, die sie den W&#246;rtern gibt.
Diesen Beitrag k&#246;nnt ihr euch unter dem Punkt &#8222;Vorlese-Archiv&#8220; in der Seitenleiste von mir vorlesen lassen!
So ist vielleicht dem ein oder anderem der Begriff &#8222;Karfunkel&#8220; bekannt. Ich kenne es nur von dem Buch &#8222;Mein Freund Karfunkel&#8220; (1979) von Rosel Klein, in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="left" src="http://lh6.google.de/LysannK/R4Zu6_JwhCI/AAAAAAAAANY/KPi0kSkwVIM/s144/Etymologie-Latein.jpg" alt="" hspace="10" vspace="10" align="left" /> <strong>Ich liebe die Etymologie (= Wortherkunft) wegen der Geschichte, die sie den W&ouml;rtern gibt.</strong><br />
<em>Diesen Beitrag k&ouml;nnt ihr euch unter dem Punkt &#8222;Vorlese-Archiv&#8220; in der Seitenleiste von mir vorlesen lassen!</em></p>
<p>So ist vielleicht dem ein oder anderem der Begriff &#8222;Karfunkel&#8220; bekannt. Ich kenne es nur von dem Buch <a href="http://www.buecher-fundgrube.de/images/Mein%20Freund%20Karfunkel.jpg">&#8222;Mein Freund Karfunkel&#8220;</a> (1979) von Rosel Klein, in dem ein M&auml;dchen sich nach anf&auml;nglichem Hass mit dem Sohn des Direktors namens &#8222;Himmelsbach&#8220; anfreundet. Da sieht man mal wieder, was man sich alles ungewollt merkt. Besonders dieser au&szlig;ergew&ouml;hnliche Name blieb h&auml;ngen, den nun &uuml;brigens auch der Oberb&uuml;rgermeister meines Heimatbezirks <a href="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;time=&amp;date=&amp;ttype=&amp;q=heilbronn&amp;ie=UTF8&amp;ll=49.138597,9.228516&amp;spn=6.799817,20.566406&amp;t=h&amp;z=6&amp;iwloc=addr&amp;om=1">Heilbronn</a> (wer&#8217;s nicht kennt, hat nichts verpasst) tr&auml;gt. Doch was der Name Karfunkel bedeutet, wurde im Buch nicht enth&uuml;llt und so verbinde ich den Namen mehr mit einer unangenehmen Hauterscheinung: dem Furunkel.<br />
Dank meines Lieblingsbuches, dem <a href="http://www.duden.de/suche/detail.php?isbn=3-411-04074-2">Duden Herkunftsw&ouml;rterbuch</a>, mit der mythischen Seriennummer 7, konnte ich diese eklatante Wissensl&uuml;cke, &uuml;ber die G&uuml;nther Jauch sicher den Kopf gesch&uuml;ttelt h&auml;tte, ausf&uuml;llen:</p>
<p>Mit &#8222;Karfunkel&#8220; bezeichnet man feurig rote Edelsteine. Urspr&uuml;nglich aus dem Lateinischen entlehnt &#8222;Carbunculus&#8220; (&#8211;&gt; Karbon&#8209;&#8230;) wurde es mit dem deutschen G&ouml;tterfunken im Hinterkopf umgewandelt in Karfunkel.<br />
Dieser Stein war mit Sagen umgeben, wie uns <a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemmode=lemmasearch&amp;mode=hierarchy&amp;textsize=600&amp;onlist=&amp;word=Karfunkel&amp;lemid=GK01851&amp;query_start=1&amp;totalhits=0&amp;textword=&amp;locpattern=&amp;textpattern=&amp;lemmapattern=&amp;verspattern=#GK01851L0">die Gebr&uuml;der Grimm</a> lehren. Er wuchs als Heil&#8209; und Zaubermittel im Sch&auml;del des Einhorns, im Gehirn der Kr&ouml;te, sogar im Magen des Kapaunen (kein Wunder, dass ihn heute kaum einer mehr kennt. Wer sucht schon dort danach?). Als Tinkturschatz in der Alchemie gepriesen, fand er auch viel Wertsch&auml;tzung unter den romantischeren Schreiberlingen. Albertinus: &#8222;Der karbunkl ist fewrf&auml;rbig und scheinet dermaszen, dasz sein glanz so gar durch die nacht nit kan uberwunden werden.&#8220; (der welt tummel&#8209; und schauplatz; M&uuml;nchen 1612: 839)</p>
<p>Und was macht man mit neuem Wissen? Genau man freut sich, wenn man dadurch die Fehler anderer Leute entlarven kann und die Welt ein bischen besser versteht. Bestes Beispiel bei der Google-Suche nach dem Karfunkel-Buch: <a href="http://ecx.images-amazon.com/images/I/514FSPFYBEL._AA240_.jpg">Sir Arthur Conan Doyles &#8222;Der blaue Karfunkel&#8220;.</a> Da wusste wohl auch die &Uuml;bersetzerin die genaue Bedeutung nicht mehr.<br />
<strong><br />
Aber eine Lysann will es genau wissen: Woher kommt nun das Wort Furunkel?</strong></p>
<p>In der Wortabteilung F sto&szlig;e ich auf einen besonders gro&szlig;en Abschnitt der zu dem gesuchten Wort geh&ouml;rt. Treffer! Das bedeutet n&auml;mlich, besonders viel Geschichte und Assoziationen. Lassen wir uns mal in die Geschichte des vernachl&auml;ssigten Furunkels f&uuml;hren:</p>
<p>Im 16. Jahrhundert&#160;&#8211; wie so vieles aus den lateinische Gefilden gewaltsam ins germanische Reich r&uuml;bergezerrt&#160;&#8211; wurde unser sympathisches Wort f&uuml;r &#8222;Eitergeschw&uuml;r&#8220; vom lateinischem furunculus entlehnt. Wie wir alle wissen, oder zumindest ich nach mehreren Jahren Unterricht wissen sollte, ist Furunculus eine Verkleinerungsform von der Stammform &#8222;Fur&#8220;, dem Dieb. Wir haben es also mit einem &#8222;kleinen Spitzbuben&#8220; (Duden) oder Diebchen zu tun. Nachgewiesen ist auch die Bedeutung als &#8222;Nebensch&ouml;ssling&#8220;, aus dem Gebiet der Rebst&ouml;cke. Das f&uuml;hrt zu der Theorie, dass Winzer das Wort &#8218;Furunkel&#8216; &auml;hnlich wie &#8218;Geiz&#8216; (im Sinne von &#8218;schmarotzender Trieb&#8216;) urspr&uuml;nglich scherzhaft gebrauchten, weil die kleineren Nebentriebe des Rebstocks dem Haupttrieb den Saft &#8218;stehlen&#8216;.</p>
<p>Und was haben nun Rebst&ouml;cke mit unseren heutigen Furunkeln zu tun?<br />
Wohl weil ein Geschw&uuml;r dem Auge am Rebstock &auml;hnelt und eine Blutkonzentration um den Eiterherd bewirkt&#160;&#8211; also somit K&ouml;rpers&auml;fte moppst&#160;&#8211; &uuml;bertrug ein phantasievoller Arzt den Begriff auf die Entz&uuml;ndung.</p>
<p>Dies war also der langversprochene etymologische Abstecher in die tiefsten Tiefen des verborgenen Wortsinns. Konnte ich euer Herz nicht mit meiner Geschichte &uuml;ber Furunkel erw&auml;rmen, so sollen Goethes Worte f&uuml;r mich sprechen:</p>
<p>&#8222;doch ich f&uuml;hle schon erbarmen<br />
im carfunkel deines blicks.&#8220;</p>
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		<title>Blogbrief</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Dec 2007 19:19:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://picasaweb.google.com/LysannK/Blog02/photo#5148748361187230626"><img src="http://lh3.google.com/LysannK/R3QHWvJwg6I/AAAAAAAAAL8/UktjUa1b4uA/s800/Blogbrief.jpg" alt="" /></a></p>
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		<title>Wilde St&#246;ckchenwerfer</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Nov 2007 09:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschlossene Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
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		<description><![CDATA[Durch die Aufmerksamkeit eines gewissen Herrn Artemis Fowl alias Florian Siebeck bin ich in den Besitz eines besonderen &#8222;St&#246;ckchens&#8220; gekommen:
Ein St&#246;ckchen. Jeder Spieler, jede Spielerin beschreibt acht Dinge von sich: Irgendwelche, keine bestimmten. Wen das St&#246;ckchen trifft, schreibt die Antworten mit den Regeln in sein Blog. Acht Personen/Blogs sollen das St&#246;ckchen bekommen und weiterreichen. Bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Durch die Aufmerksamkeit eines gewissen Herrn Artemis Fowl alias <em></em><a href="http://www.floriansiebeck.com">Florian Siebeck</a> bin ich in den Besitz eines besonderen &#8222;St&ouml;ckchens&#8220; gekommen:<br />
<strong>Ein St&ouml;ckchen. Jeder Spieler, jede Spielerin beschreibt acht Dinge von sich: Irgendwelche, keine bestimmten. Wen das St&ouml;ckchen trifft, schreibt die Antworten mit den Regeln in sein Blog. Acht Personen/Blogs sollen das St&ouml;ckchen bekommen und weiterreichen. Bei den Betreffenden schreibt man einen entsprechenden Beitrag/Kommentar ins Blog. </strong></p>
<p>Ich habe mich sehr dar&uuml;ber gefreut, mit einem St&ouml;ckchen beworfen worden zu sein. So stellt man sich doch Freundschaft vor ;). Aber es hilft alles nichts, hier sind die geforderten acht Enth&uuml;llungen:</p>
<p>1. Ich habe schon als kleines M&auml;dchen auf melancholische Walzer gestanden. Warum auch immer und bei was auch immer&#160;&#8211; ich war stets zutiefst ger&uuml;hrt und wei&szlig; noch heute, dass ich den Schneewalzer fr&uuml;her stundenlang singen konnte. Lieder wie &#8222;Es war beim bal par&eacute;&#8220; von Hildegard Knef oder franz&ouml;sische Chansons wie &#8222;C&#8217;etait la derni&egrave;re walse&#8220; von Mireille Mathieu laufen auch heute noch stundenlang im Player&#160;&#8211; ohne Erbarmen.<br />
Ein kleines M&auml;dchen, dass inbr&uuml;stig ein Lied intoniert, in dem eine alte Frau ihrer Jugend oder Liebe nachtrauert&#160;&#8211; das muss ein Anblick gewesen sein.</p>
<p>2. Ich kann keine Missionare leiden. All diese Leute, die einem ihren Glauben oder ihre Moral/politische Einstellung/Weltsicht aufzwingen wollen. Jeder sollte so leben k&ouml;nnen wie es ihm gut tut, denn die meisten Lebensansichten haben ihre Gr&uuml;nde. Wenn man diese missachtet oder als dumm hinstellt, degradiert man auch den Menschen.</p>
<p>3. Ich liebe es, mich zu verkleiden. Ob es um Kleidung geht oder Verhalten&#160;&#8211; in andere Rollen schl&uuml;pfen macht mir sehr viel Spa&szlig; und dabei ver&auml;ndert sich auch der Blick auf die Welt. (Andere nennen es wohl Realit&auml;tsflucht, aber es ist gar nicht so einfach immer mit sich selbst zusammen zu sein. Man muss auch Abwechslung in eine schizophrene Beziehung bringen.)</p>
<p>4. Mein gro&szlig;er Traum ist es, ein Buch zu schreiben. Und zwar nicht seit Kurzem sondern seit ich mit acht Jahren das Buch &#8222;Wir Kinder von Bullerb&uuml;&#8220; und &#8222;Immer dieser Michel&#8220; von Astrid Lindgren gelesen habe. Es hat mich tief beeindruckt, dass B&uuml;cher so lebendig sein k&ouml;nnen, dass man am liebsten auch dort w&auml;re. Da dachte ich &#8222;Schriftsteller, das sind Menschen, die das Leben anderer Menschen versch&ouml;nern und ver&auml;ndern k&ouml;nnen&#8220;. F&uuml;r mich ist dies auch eine besonders sanfte Art der Kommunikation.</p>
<p>5. Ich mag die Zahl 5. Sie ist die Einfachste in der Welt der Mathematik. Man sieht sofort, ob etwas durch 5 teilbar ist. Auch ist es f&uuml;r mich der Inbegriff der Harmonie. Die Zahl 2 f&uuml;r die geraden Dinge kombiniert mit der 3, f&uuml;r die Welt der ungeliebten, ungeraden Zahlen.&#160;5 Finger an den H&auml;nden, die soviel verraten beim Sprechen.&#160;5 Dinge zusammen sehen immer gut aus.&#160;5 kann man nicht an einem St&uuml;ck als Zahl schreiben. Man denke auch an das Pentagon, das f&uuml;nte Element (der Geist), den Innenverteidiger beim Fu&szlig;ball oder einfach den Monat Mai, in dem ich geboren bin.</p>
<p>6. Schaukelst&uuml;hle. Es ist einfach das Sch&ouml;nste f&uuml;r mich auf einem Stuhl zu kippeln, auf der Schaukel hin und her zu schwingen oder auf einem Schaukelstuhl zu wippen und nachzudenken.</p>
<p>7. Regen, Lesen und Tee. Das ist die heilige Dreier-Kombination.<br />
Das H&ouml;chste der Gef&uuml;hle ist erreicht, wenn der Herbst endlich wieder da ist. Es ist leider so eine kurze &Uuml;bergangszeit. Man will die letzen Sonnenstrahlen f&ouml;rmlich in sich aufsaugen, die flammenden B&auml;ume in sich einbrennen.Wind zieht an den Haaren und Bl&auml;tterwirbel streichen &uuml;ber die Stra&szlig;e. Dann mehren sich die Laubhaufen, so dass man sich durchw&uuml;hlen muss um durchzukommen und letztendlich, der peitschende Regen der alles in N&auml;sse h&uuml;llt. Es gibt keine heiligere Zeit um in B&uuml;chern zu versinken, den dampfenden Tee neben sich zu schnuppern und sich tiefer in die Kuscheldecke zu huscheln, w&auml;hrend draussen der Regen w&uuml;tet.</p>
<p>8. Und jetzt fehlt nur noch eine letzte Sache &uuml;ber mich und die Forderungen sind erf&uuml;llt: Ich beobachte gerne.</p>
<p>Hoffentlich habe ich jetzt niemanden verwirrt, oder gar zum Nachdenken gezwungen (den man ist ja zur Unterhaltung da&#8230;). Und um diese wunderbare Art der Selbstreflexion nicht f&uuml;r mich zu behalten, muss ich nat&uuml;rlich das St&ouml;ckchen weiterwerfen: N&auml;mlich an <em></em><a href="http://alexversuchtzubloggen.blogspot.com/">Alex</a>, <em></em><a href="http://zyankalikapsel.wordpress.com/">Kathrin</a>, Oma!, <em></em><a href="http://rioreiser.wordpress.com/">Patrick</a>, <em></em><a href="http://genickstarre.wordpress.com/">Rebecca</a>, <em></em><a href="http://dandelo.wordpress.com/">Sebastian</a>, <em></em><a href="http://papilia.myblog.de/">Anke</a> und <em></em><a href="http://birte.wordpress.com/">Birte</a>. Aber keinen Druck! Schlie&szlig;lich dient es ja in erster Linie euch selbst und dem Leser und in Ankes Blog wird es wohl thematisch schwer reinpassen. Auf jeden Fall solltet ihr die Links nutzen, um mal bei ihnen reinzuschauen. Pr&auml;dikat: Lesenswert :)</p>
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