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	<title>Elysisch &#187; Fantasie</title>
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		<title>Die Handtaschengeschichte [Prelude]</title>
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		<pubDate>Sat, 24 May 2008 23:22:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war einmal ein Lippenstift. Wie so viele Lippenstifte lebte er an einem dunklen Ort. Genauer gesagt in der Handtasche einer Frau. Immer an seiner Seite die Taschent&#252;cher und der Schminkspiegel. Die Taschent&#252;cher waren &#252;beraus schweigsam und bekannt f&#252;r ihre v&#246;llige Ignoranz hinsichtlich der &#196;sthetik. Stets in eine enge Plastikh&#252;lle gequetscht konnten sie auch nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" style="float:left;margin:15px;" src="http://lh6.ggpht.com/LysannK/SDifwrGrsgI/AAAAAAAAAS0/mvjdF18gPLo/s288/0f71502ba6.jpg" alt="Blush of Stormrose" width="157" height="288" /><strong>Es war einmal ein Lippenstift. </strong>Wie so viele Lippenstifte lebte er an einem dunklen Ort. Genauer gesagt in der Handtasche einer Frau. Immer an seiner Seite die Taschent&uuml;cher und der Schminkspiegel. Die Taschent&uuml;cher waren &uuml;beraus schweigsam und bekannt f&uuml;r ihre v&ouml;llige Ignoranz hinsichtlich der &Auml;sthetik. Stets in eine enge Plastikh&uuml;lle gequetscht konnten sie auch nicht viel mehr als schweigen, denn sie mussten sparsam mit der Luft umgehen. Daf&uuml;r, dass es nicht zu ruhig im T&auml;schchen wurde, sorgte der Schminkspiegel. Da er stets zusammengeklappt war, reflektierte er nur sich selbst. Tag und Nacht. Soweit man das vom Innern einer Tasche aus unterscheiden konnte. Es war also nicht verwunderlich, dass der Lippenstift von einem besseren Leben tr&auml;umte. Schlie&szlig;lich hie&szlig; er auch &#8222;Blush of Stormrose&#8220;. Wer einen solchen Namen tr&auml;gt, kann doch nicht sein ganzes Leben im Inneren einer Handtasche verbringen? Und wenn er wieder von der Welt da draussen tr&auml;umte, von der er nur kurze Augenblicke erhaschte, auf den Weg zu den Lippen hoch und wieder zur&uuml;ck&#160;&#8211; war er sich sicher, dass sein Tag kommen w&uuml;rde. Er hatte viel nachgedacht. Man sagte ihm nach, er sei ein eher in sich gekehrter Lippenstift&#160;&#8211; was wohl stimmte. Wenn er nur in den Momenten, in denen er mit den Lippen verschmolz, der Leidenschaft widerstehen k&ouml;nnte und den Ausblick nutzen, dachte er oft. Doch sobald er auf die fein ziselierten Lippen ansetzte, konnte er nicht anders, als die Augen zu schlie&szlig;en und sich ganz dem Schwung der Lippen hinzugeben. Ein hoffnungsloser Fall, sagte der Schminkspiegel dann immer und seufzte schwer. &#8222;Ich habe dir doch gesagt, dass du die Chance nutzen musst!&#8220; Und wenn er dabei &#8222;ich&#8220; sagte, betonte er es doppelt stark, als spr&auml;che seine Spiegelung mit. &#8222;Wie willst du denn zu deinem Abenteuer kommen, wenn du nicht auf das h&ouml;rst, was ich dir sage? Aber auf mich h&ouml;rt eh nie jemand!&#8220; Und der Lippenstift wusste, dass der Spiegel in diesem Moment sein Spiegelbild pr&uuml;fte, um zu sehen, ob er leidend genug aussah.</p>
<p>Was f&uuml;r Abenteuer gibt es &uuml;berhaupt f&uuml;r Lippenstifte, mag sich der gesch&auml;tzte Leser fragen. Nun, die Taschent&uuml;cher hatten aus einer vorherigen Tasche das Ger&uuml;cht, dass ein Lippenstift einmal aus der Tasche gefallen sei. Aber selbst dann sind sie gewisserma&szlig;en blind und schutzlos den schwarzen Abs&auml;tzen ausgeliefert. Es gab auch Lippenstifte, die f&uuml;r eine einzige Fotografie herausgepult und zerrieben wurden. Andere wurden &ouml;ffentlich zur Schau gestellt &#8211;&#160;nackt&#160;&#8211; und mussten sich an jede Lippe werfen, egal ob der Farbton passte oder nicht. Das Schlimmste, was einem Lippenstift passieren konnte. Wieder andere berichteten von wahren Paradiestaschen, gef&uuml;llt mit allen erdenklichen Farben. Wenn man Gl&uuml;ck hatte, traf man sogar Familienmitglieder. Neuerdings gab es jedoch mehr und mehr dieser jungschen Dinger, bei denen man alles sehen konnte! Eine Schande f&uuml;r die gesamte Lippenstiftkultur. Doch sie waren in Mode, zeigten sich &uuml;berall, klebten schrecklich, ihr Gestank war unertr&auml;glich und wahrscheinlich hatten sie auch noch viel mehr Spa&szlig;. Aber eins machte das Ganze ertr&auml;glicher: Sie konnten zwar alles sehen, auch wenn sie nicht herausgeschraubt oder ge&ouml;ffnet wurden, aber da sie die meiste Zeit in der Tasche waren, brachte ihnen ihre Sehkraft erstens nichts und zweitens nutzen die eifers&uuml;chtigen Taschenbewohner die Chance und starrten die durchsichtigen Lipglosse unerbittlich an.</p>
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