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	<title>Elysisch &#187; Heimat</title>
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	<description>Die Welt mit anderen Worten sehen.</description>
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		<title>Karfunkel und Furunkel</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jan 2008 20:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ Ich liebe die Etymologie (= Wortherkunft) wegen der Geschichte, die sie den W&#246;rtern gibt.
Diesen Beitrag k&#246;nnt ihr euch unter dem Punkt &#8222;Vorlese-Archiv&#8220; in der Seitenleiste von mir vorlesen lassen!
So ist vielleicht dem ein oder anderem der Begriff &#8222;Karfunkel&#8220; bekannt. Ich kenne es nur von dem Buch &#8222;Mein Freund Karfunkel&#8220; (1979) von Rosel Klein, in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="left" src="http://lh6.google.de/LysannK/R4Zu6_JwhCI/AAAAAAAAANY/KPi0kSkwVIM/s144/Etymologie-Latein.jpg" alt="" hspace="10" vspace="10" align="left" /> <strong>Ich liebe die Etymologie (= Wortherkunft) wegen der Geschichte, die sie den W&ouml;rtern gibt.</strong><br />
<em>Diesen Beitrag k&ouml;nnt ihr euch unter dem Punkt &#8222;Vorlese-Archiv&#8220; in der Seitenleiste von mir vorlesen lassen!</em></p>
<p>So ist vielleicht dem ein oder anderem der Begriff &#8222;Karfunkel&#8220; bekannt. Ich kenne es nur von dem Buch <a href="http://www.buecher-fundgrube.de/images/Mein%20Freund%20Karfunkel.jpg">&#8222;Mein Freund Karfunkel&#8220;</a> (1979) von Rosel Klein, in dem ein M&auml;dchen sich nach anf&auml;nglichem Hass mit dem Sohn des Direktors namens &#8222;Himmelsbach&#8220; anfreundet. Da sieht man mal wieder, was man sich alles ungewollt merkt. Besonders dieser au&szlig;ergew&ouml;hnliche Name blieb h&auml;ngen, den nun &uuml;brigens auch der Oberb&uuml;rgermeister meines Heimatbezirks <a href="http://maps.google.de/maps?f=q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;time=&amp;date=&amp;ttype=&amp;q=heilbronn&amp;ie=UTF8&amp;ll=49.138597,9.228516&amp;spn=6.799817,20.566406&amp;t=h&amp;z=6&amp;iwloc=addr&amp;om=1">Heilbronn</a> (wer&#8217;s nicht kennt, hat nichts verpasst) tr&auml;gt. Doch was der Name Karfunkel bedeutet, wurde im Buch nicht enth&uuml;llt und so verbinde ich den Namen mehr mit einer unangenehmen Hauterscheinung: dem Furunkel.<br />
Dank meines Lieblingsbuches, dem <a href="http://www.duden.de/suche/detail.php?isbn=3-411-04074-2">Duden Herkunftsw&ouml;rterbuch</a>, mit der mythischen Seriennummer 7, konnte ich diese eklatante Wissensl&uuml;cke, &uuml;ber die G&uuml;nther Jauch sicher den Kopf gesch&uuml;ttelt h&auml;tte, ausf&uuml;llen:</p>
<p>Mit &#8222;Karfunkel&#8220; bezeichnet man feurig rote Edelsteine. Urspr&uuml;nglich aus dem Lateinischen entlehnt &#8222;Carbunculus&#8220; (&#8211;&gt; Karbon&#8209;&#8230;) wurde es mit dem deutschen G&ouml;tterfunken im Hinterkopf umgewandelt in Karfunkel.<br />
Dieser Stein war mit Sagen umgeben, wie uns <a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemmode=lemmasearch&amp;mode=hierarchy&amp;textsize=600&amp;onlist=&amp;word=Karfunkel&amp;lemid=GK01851&amp;query_start=1&amp;totalhits=0&amp;textword=&amp;locpattern=&amp;textpattern=&amp;lemmapattern=&amp;verspattern=#GK01851L0">die Gebr&uuml;der Grimm</a> lehren. Er wuchs als Heil&#8209; und Zaubermittel im Sch&auml;del des Einhorns, im Gehirn der Kr&ouml;te, sogar im Magen des Kapaunen (kein Wunder, dass ihn heute kaum einer mehr kennt. Wer sucht schon dort danach?). Als Tinkturschatz in der Alchemie gepriesen, fand er auch viel Wertsch&auml;tzung unter den romantischeren Schreiberlingen. Albertinus: &#8222;Der karbunkl ist fewrf&auml;rbig und scheinet dermaszen, dasz sein glanz so gar durch die nacht nit kan uberwunden werden.&#8220; (der welt tummel&#8209; und schauplatz; M&uuml;nchen 1612: 839)</p>
<p>Und was macht man mit neuem Wissen? Genau man freut sich, wenn man dadurch die Fehler anderer Leute entlarven kann und die Welt ein bischen besser versteht. Bestes Beispiel bei der Google-Suche nach dem Karfunkel-Buch: <a href="http://ecx.images-amazon.com/images/I/514FSPFYBEL._AA240_.jpg">Sir Arthur Conan Doyles &#8222;Der blaue Karfunkel&#8220;.</a> Da wusste wohl auch die &Uuml;bersetzerin die genaue Bedeutung nicht mehr.<br />
<strong><br />
Aber eine Lysann will es genau wissen: Woher kommt nun das Wort Furunkel?</strong></p>
<p>In der Wortabteilung F sto&szlig;e ich auf einen besonders gro&szlig;en Abschnitt der zu dem gesuchten Wort geh&ouml;rt. Treffer! Das bedeutet n&auml;mlich, besonders viel Geschichte und Assoziationen. Lassen wir uns mal in die Geschichte des vernachl&auml;ssigten Furunkels f&uuml;hren:</p>
<p>Im 16. Jahrhundert&#160;&#8211; wie so vieles aus den lateinische Gefilden gewaltsam ins germanische Reich r&uuml;bergezerrt&#160;&#8211; wurde unser sympathisches Wort f&uuml;r &#8222;Eitergeschw&uuml;r&#8220; vom lateinischem furunculus entlehnt. Wie wir alle wissen, oder zumindest ich nach mehreren Jahren Unterricht wissen sollte, ist Furunculus eine Verkleinerungsform von der Stammform &#8222;Fur&#8220;, dem Dieb. Wir haben es also mit einem &#8222;kleinen Spitzbuben&#8220; (Duden) oder Diebchen zu tun. Nachgewiesen ist auch die Bedeutung als &#8222;Nebensch&ouml;ssling&#8220;, aus dem Gebiet der Rebst&ouml;cke. Das f&uuml;hrt zu der Theorie, dass Winzer das Wort &#8218;Furunkel&#8216; &auml;hnlich wie &#8218;Geiz&#8216; (im Sinne von &#8218;schmarotzender Trieb&#8216;) urspr&uuml;nglich scherzhaft gebrauchten, weil die kleineren Nebentriebe des Rebstocks dem Haupttrieb den Saft &#8218;stehlen&#8216;.</p>
<p>Und was haben nun Rebst&ouml;cke mit unseren heutigen Furunkeln zu tun?<br />
Wohl weil ein Geschw&uuml;r dem Auge am Rebstock &auml;hnelt und eine Blutkonzentration um den Eiterherd bewirkt&#160;&#8211; also somit K&ouml;rpers&auml;fte moppst&#160;&#8211; &uuml;bertrug ein phantasievoller Arzt den Begriff auf die Entz&uuml;ndung.</p>
<p>Dies war also der langversprochene etymologische Abstecher in die tiefsten Tiefen des verborgenen Wortsinns. Konnte ich euer Herz nicht mit meiner Geschichte &uuml;ber Furunkel erw&auml;rmen, so sollen Goethes Worte f&uuml;r mich sprechen:</p>
<p>&#8222;doch ich f&uuml;hle schon erbarmen<br />
im carfunkel deines blicks.&#8220;</p>
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		<title>Heimfahrt</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Nov 2007 14:07:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlossene Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
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		<category><![CDATA[Wegfahren]]></category>

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		<description><![CDATA[ Landschaften fliegen vorbei, Fragen entstehen. Es regnet in Darmstadt. Doch ich fahre nach Hause. Nach Hause in die gr&#246;&#223;te Weinbaugemeinde Baden-W&#252;rttembergs.
Die Autobahn ist ein einziger grauer Gedankenfaden. Es w&#252;rde mich nicht wundern, wenn ich die richtige Ausfahrt verpassen w&#252;rde und irgendwann bei M&#252;nchen merke, dass ich mich nicht mehr auskenne.
Ich habe Sehnsucht nach meiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.photocase.com/de/photodetail.asp?i=88886" target="”_blank”"><img class="left" src="http://lh3.google.com/LysannK/R0wcAQghB3I/AAAAAAAAAGI/yPt0fP5Rzbg/s144/photocase4ptj9pph3.jpg" alt="" hspace="10" vspace="10" align="left" /></a> Landschaften fliegen vorbei, Fragen entstehen. Es regnet in Darmstadt. Doch ich fahre nach Hause. Nach Hause in die gr&ouml;&szlig;te Weinbaugemeinde Baden-W&uuml;rttembergs.</p>
<p>Die Autobahn ist ein einziger grauer Gedankenfaden. Es w&uuml;rde mich nicht wundern, wenn ich die richtige Ausfahrt verpassen w&uuml;rde und irgendwann bei M&uuml;nchen merke, dass ich mich nicht mehr auskenne.<br />
Ich habe Sehnsucht nach meiner Landschaft. Wer h&auml;tte gedacht, dass ich sie so tief im mir aufnehmen w&uuml;rde, dass sie ein Teil von mir wurde?</p>
<p>Nach dem Autobahneinerlei kommt das Burgenland. Der Weg von Sinsheim nach Eppingen windet sich um W&auml;lder, Ruinenh&uuml;gel und schlichte Felder. Es ist anders als in &#8222;der Stadt&#8220;: Autos sind individuell. Tiere am Stra&szlig;enrand lebendig. N&auml;chte vertr&auml;umt. Die Tage ruhen gem&auml;chlicher auf der breiten Landschaft.</p>
<p>Dann das letzte Tor zu meiner Heimat: Der Eppinger Wald. D&uuml;ster in der H&ouml;he, Nebel steigt aus den Wipfeln auf. Goldene Baumspitzen leuchten vereinzelt. Sobald ich eintauche, flackert Feuer an beiden Seiten empor. Laub-Lava schl&auml;ngelt sich mit der Stra&szlig;e den Wald hinauf.</p>
<p>Und dann erst gibt die Landschaft den Blick frei: Weinberge. Ringsherum braun, knorrige Weinstrunke aufgef&auml;chert.<br />
Unten kann man das Dorf sehen. Sacht f&uuml;hrt die Landschaft den Blick auf der anderen Seite wieder hinauf, zur n&auml;chsten H&uuml;gelkuppe.<br />
Manchmal ist es, als ob die H&uuml;gel den Blick aufspannen, die Seele wie ein Tuch &uuml;ber die T&auml;ler ausbreiten und der Wind darunter hindurchstreicht. Eine innere Weite.</p>
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		<title>Alte Stra&#223;en</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Nov 2007 19:08:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lysann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlossene Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliches]]></category>
		<category><![CDATA[Beobachtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
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Meine Umgebung, die Stadt in der ich nun solange Erinnerungen gemacht und sie an verschiedenste Orte gekn&#252;pft habe &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist alles eine H&uuml;lle. Eine Haut. Bestandteil eines gr&ouml;&szlig;eren K&ouml;rpers. Als ob beim Einatmen, alles einatmet &ndash; die B&auml;ume, die H&auml;user, das Licht. Und wieder ausatmet, Spannung verliert, zusammensinkt. Und erneut nach Luft und Leben dr&auml;ngt.<br />
Meine Umgebung, die Stadt in der ich nun solange Erinnerungen gemacht und sie an verschiedenste Orte gekn&uuml;pft habe &ndash; diese Stadt ist nun am Ende angelangt. Ich bin &uuml;berall dorthin gefahren, wo ich dachte, dass ich mich finden k&ouml;nnte. Und alles was ich sah, war totenstill. Das Pulsieren der Lebensadern hat diese Wege irgendwann verlassen und sich einen neuen Weg woanders gesucht. An sich keine ungew&ouml;hnliche Sache. Wenn ich nicht mitten in dieser leblosen Haut stecken w&uuml;rde.<br />
Es ist alles anders heute, wenn ich durch die Stadt gehe. Leute, die diese Stadt ausmachten, haben sie verlassen. Ich habe sie verlassen.<br />
Das Leben ist weg, nicht das Bild, und das ist wohl der schmerzhafteste Teil, den es zu Verstehen gibt.</p>
<p>*Anmerkung: Diese Gedanken stammen vom letzten Jahr, doch ich lasse sie hier noch einmal aufleben.</p>
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